Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Bericht von der Mitgliederversammlung des Paritätischen Berlin

Kategorie: Aus dem Verband, Aktuelles, Veranstaltung

Herausforderungen für Zivilgesellschaft und soziale Arbeit einerseits, Wachstum und mehr Engagement andererseits

Mitgliederversammlung 2019 des Paritätischen Berlin, Foto: Patricia Kalisch

Die Mitgliederversammlung 2019 des Paritätischen Berlin fand am 27. November im Tagungswerk in der ehemaligen Jerusalemkirche in Berlin-Kreuzberg statt. Im Jahr vor seinem siebzigsten Jubiläum sieht sich der Verband mit einer schwierigen gesellschaftlichen Lage konfrontiert.

Prof. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Gesamtverbands, und Andreas Kaczynski, Vorsitzender des Brandenburger Landesverbands, sprachen in Grußworten über die aktuellen Herausforderungen der Zivilgesellschaft, insbesondere durch den Rechtsextremismus.

Die Gleichwürdigkeit eines jeden Menschen in jeder Lebenslage sei der Kern der Paritätischen Grundsätze und das Fundament unseres Zusammenlebens, so Rosenbrock. Bedrohungen Paritätischer Mitgliedsorganisationen aus Bereichen wie Flüchtlingsarbeit oder queere Menschen nehmen zu. Daher der einstimmige Beschluss des Verbandsrats im Frühjahr 2018, entsprechenden Positionen der AfD offen und klar zu widersprechen und die Mitgliedsorganisationen bei ihrer Auseinandersetzung mit der AfD zu unterstützen. Andreas Kaczynski berichtete aus dem Brandenburger Landesverband. Die Paritätischen Werte im Praxistest eines sich polarisierenden politischen Umfelds sind dort zentrales Thema. Die vielen Erklärungsversuche für die Wahlerfolge von Extremisten müsse man in ihrer Komplexität wahrnehmen und mit den Wählern der AfD in einen Dialog treten.

Dr. Gabriele Schlimper stellte den Geschäftsbericht 2018/2019 vor: Der Paritätische Berlin wächst weiter, so die Geschäftsführerin des Verbands. Dreizehn beendeten Mitgliedschaften stehen 28 Zugänge gegenüber, die sich auf das gesamte Spektrum der sozialen Arbeit verteilen.

Doch soziale Arbeit stehe unter Druck, auch von staatlicher Seite, sagte Dr. Gabriele Schlimper. Aufseiten der Verwaltung erlebe sie zunehmendes Misstrauen. Beim Kitabauprogramm baue Berlin mit zwei Dritteln des Geldes ein Drittel der Plätze. Mit einem Drittel des Geldes sollen freie Träger den Rest besorgen.

Prof. Heinz Stapf-Finé, der Akademische Leiter der Paritätischen Akademie war eingeladen, um über die von ihm geleitete „Engagement Studie 2019“ des Europa Instituts für Sozial- und Gesundheitsforschung zu referieren. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Es engagieren sich insgesamt mehr Menschen und darunter besonders mehr junge Menschen.

Die Arbeit des Beirats beschrieb seine neue Vorsitzende Ria Schneider. In fünf Sitzungen hat er sich mit den Themen Bundesteilhabegesetz, Recruiting in der sozialen Arbeit, Migrantenselbstverwaltung und dem Jahresabschluss beschäftigt.

Die Mitglieder nahmen die geprüfte Jahresrechnung per Akklamation einstimmig an und entlasteten den Vorstand.

Zum Ende skizzierte Dr. Gabriele Schlimper den Wirtschaftsplan für 2020. Der Paritätische Berlin plant mit einem Bilanzgewinn von 183.500 Euro.

Die Vorstandsvorsitzende des Verbands Prof. Barbara John dankte den Mitgliedern für ihr Vertrauen. „Wir sind Ihre Dienstleister“, sagte sie. „Wenn Sie nicht zufrieden sind, lassen Sie es uns wissen.“

Martin Thoma, freier Autor

(aw)

Datum, 29 | 11 | 2019