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Die Stadt gemeinsam stark machen!

Erklärung Berliner Bündnis psychische Gesundheit

Das Berliner Bündnis psychische Gesundheit ist ein Zusammenschluss von Akteuren aus Politik und Gesellschaft, die sich für die psychosoziale Versorgung Berlins engagieren. Das Bündnis setzt sich für die Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen, für Aufklärung und Prävention sowie die finanzielle Absicherung psychosozialer Hilfsangebote ein.

Psychische Störungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen. Menschen mit chronifizierten psychischen Erkrankungen sind in besonderem Maße von Arbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht, sie werden häufiger vorzeitig verrentet und haben eine um durchschnittlich 10 Jahre geringere Lebenserwartung. Der Anstieg psychischer Erkrankungen wird durch die aktuellen Krisenlagen weiter befeuert. In Berlin verursachen psychische Krisen laut des jüngst vorgelegten Gesundheitsberichts im Pandemiejahr 2021 die meisten krankheitsbedingten Fehltage.

Derweil stößt die psychosoziale und psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung der Stadt an ihre Grenzen. Es gibt lange Wartezeiten in der ambulanten psychiatrisch/psychotherapeutischen Versorgung. In den Kliniken besteht ein hoher Aufnahmedruck bei gleichzeitig fehlenden Möglichkeiten, schwer erkrankte Betroffene in betreute Wohnformen zu entlassen. Bei den außerklinischen Hilfsangeboten in den Bezirken herrscht akuter Finanz- und Fachkräftemangel. Obdach- und wohnungslose Menschen mit psychischen Erkrankungen werden nicht erreicht und auch Menschen mit Fluchterfahrung finden nur schwer den Weg ins Versorgungssystem.

Dafür setzt sich das Aktionsbündnis ein

Gemeinsam etwas verändern!

Das Berliner Bündnis psychische Gesundheit setzt auf Unterstützer:innen aus allen Bereichen der Gesellschaft, weil nur gemeinsam positive Veränderungen erreicht werden können. 121 Erstunterzeichner:innen, die mehr als 70 verschiedene Organisationen repräsentieren, haben ein erstes starkes Signal gesetzt. Danke dafür! 

Warum wir uns für das Bündnis engagieren

  • Im Mai 2008 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten. Erstmals werden die bestehenden universellen Menschenrechte bezogen auf die Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen konkretisiert und festgeschrieben. In unseren psychosozialen Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen arbeiten wir jeden Tag daran, Inklusion und Teilhabe aller Menschen zu gewährleisten. Wir sehen im Aktionsbündnis die Chance, den Anspruch und die Haltung gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen gemeinsam stärker in den Fokus der Gesellschaft zu rücken.

    Ulrike HinrichsUnionhilfswerk

  • Das Berliner Aktionsbündnis soll zur Entstigmatisierung und gleichberechtigten Behandlung von Menschen mit psychischen und somatischen Erkrankungen beitragen. Nach wie vor sind Menschen mit psychischen Erkrankungen stigmatisiert und werden häufig in unterschiedlichen Bereichen diskriminiert. Deswegen ist das Engagement des Bündnisses so wichtig, um in einer breiten Öffentlichkeit Vorurteile und diskriminierende Haltungen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen zurückzudrängen.

    Prof. Dr. HeinzKlinik für Psychiatrie und Psychotherapie Charité

  • In aktuellen Krisenseiten, die zu einer Zunahme von psychischen Erkrankungen führen, sind niedrigschwellige Angebote zur Prävention wichtiger denn je. Auch deshalb ist es absolut inakzeptabel, dass die psychosoziale Versorgung der Menschen in Berlin durch Finanzkürzungen erneut massiv bedroht ist. Wir fordern ein Umdenken der Politik!

    Kathrin BecherHumanistischer Verband Deutschland, LV Berlin-Brandenburg

  • Der Berliner Krisendienst leistet seit bald 25 Jahren niedrigschwellige Hilfe für Menschen in seelischen bzw. psychiatrischen Krisensituationen. Die Inanspruchnahme steigt in den letzten Jahren stetig an – und die Krisen um uns herum scheinen immer mehr zu werden. Umso wichtiger ist in diesen Zeiten die präventive, stabilisierende Arbeit von ambulanten Hilfen. Menschen mit psychischer Erkrankung brauchen eine stärkere Lobby - und ihre professionellen Unterstützer*innen brauchen langfristige finanzielle Sicherheit! Für diese Ziele engagiert sich der Berliner Krisendienst im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit.

    Sophie BootzBerliner Krisendienst

  • Das Berliner Bündnis für psychische Gesundheit ist so wichtig, da es sich einer großen Aufgabe gewidmet hat, die nur gemeinsam im Schulterschluss gelingen kann: die Chancengleichheit für Menschen mit psychischen Erkrankungen – auf allen Ebenen und zu jeder Zeit! Das bedeutet für mich auch einen unverbauten Zugang zu Prävention und unbürokratische Teilhabeleistungen. Denn jeder soll ein selbstbestimmtes Leben führen können und das muss respektiert werden.  

    Gudula LüheWIB - Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH

  • Berlin verfügt im Grunde über ein vorbildliches System psychosozialer Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Erkrankungen. Mit einer bedarfsgerechten finanziellen Aufstockung der Bezirke und der Ermöglichung sektorenübergreifender Zusammenarbeit könnte eine ausreichende psychosoziale Versorgung der Menschen in Berlin gewährleistet werden. Als gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus sehe ich die geforderte Finanzreform der psychosozialen Versorgung in Berlin als richtig, wichtig und unausweichlich.

    Catharina PierothBündnis 90/Die Grünen

  • Das Berliner Bündnis für psychische Gesundheit ist von großer Bedeutung, da es die Ressourcen verschiedener Akteur:innen bündelt, um das Thema der psychischen Gesundheit auf eine berufsfeldübergreifende Art und Weise voranzutreiben und in die Öffentlichkeit zu tragen. Als Geschäftsführerin einer gemeinnützigen GmbH wünsche ich mir zudem, dass die Arbeit freier Träger in Berlin endlich die verdiente Anerkennung und ausreichende finanzielle Unterstützung erfährt.

    Anke Heinzepinel gGmbH

  • Die Beratung und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und das muss auch so bleiben. Zuwendungen an die Berliner Krisen- und Beratungsstellen sind kein Luxus, sondern Menschenrecht! Das Aktionsbündnis schafft einen Rahmen, um Öffentlichkeit und Politiker gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hierfür zu sensibilisieren. Wir bitten nicht, wir fordern ein! Aus den Erfahrungen in der Rehabilitation sehe ich tagtäglich wie enorme menschliche und berufliche Ressourcen wieder aktiviert werden können, zum Wohle aller, auch der Beitragszahler!

    Dr. Holger SchümannRPK gGmb

  • Jeden Tag stirbt in Berlin mehr als eine Person durch Suizid. Doch Suizide können verhindert werden. Dafür brauchen wir ein engagiertes Bündnis, das sich für psychische Gesundheit in Berlin einsetzt.

    Markus GeißlerBerliner Fachstelle Suizidprävention

  • Psychische Gesundheit ist wichtig: für alle Menschen! Deshalb unterstütze ich das Berliner Aktionsbündnis

    Thomas KowalcykComes e.V.

  • Die Lichtenberger Initiative für Gesundheit und Arbeit (L.IGA) ist 2022 als rehapro Projekt des Jobcenters Lichtenberg gestartet und betreut multiprofessionell psychisch kranke Langzeitarbeitslose. Psycholog:innen, Sozialarbeitende, Peerberatende und Integrationsfachkräfte betreuen die Menschen gemeinsam. Das Thema Seelische Gesundheit in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, ist auch unser Ziel, deshalb sind wir Bündnispartner.

    Team L.IGA

  • Als Erfahrungsexperte und Betroffenenvertreter engagiere ich mich für die psychische Gesundheit und als erster Peerberater bei der Bundesagentur für Arbeit, tätig in einem Jobcenter, erlebe ich täglich die Schwierigkeiten von psychisch Kranken bei der Teilhabe am Arbeitsleben. Psychische Erkrankungen sind erst entstigmatisiert, wenn wir im Büro den Termin beim Psychiater ebenso selbstverständlich erwähnen, wie den Termin beim Orthopäden. Das Bündnis soll dazu beitragen.

    Martin SchultzPeerberater Jobcenter

  • Es ist mir wichtig als Einrichtungsleiterin einer Beratungsstelle für psychisch kranke Erwachsene als Gemeinschaft einzustehen, um niedrigschwellige Angebote dauerhaft zu sichern. D.h. eine Finanzierung stetiger hinzubekommen, als immer nur für ein Jahr über Zuwendung. Auch ist eine Entbürokratisierung unbedingt erforderlich, um personelle und finanzielle Kapazitäten bei den Betroffenen zu bündeln und nicht in Verwaltung der Hilfe.

    Angelika EnzingerAlbatros gGmbH

  • Ich möchte den Menschen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen können, die ich als Gradmesser unseres gesellschaftlichen Miteinanders empfinde

    Markus KurrleComes e.V.

  • Das Leben in einer Metropole ist ein nachgewiesener Risikofaktor für die seelische Gesundheit. Umso wichtiger, dass wir ein bedarfsgerechtes Versorgungssystem in Berlin haben. Hilfe, die da ist, wenn man sie braucht.

    Tobias SchulzeDie Linke

Ich will beim Aktionsbündnis mitmachen!

  • Wir suchen noch Unterstützende für das Bündnis. Hier könnt ihr dabei sein!

Aus den sozialen Medien

Kontakt

Uwe Brohl-Zubert
Referent Soziale Psychiatrie/ Queere Lebensweisen
Telefon: 030 86 001-555
E-Mail: brohl-zubert[at]paritaet-berlin.de
Heike Groß
Sekretariat Eingliederungshilfe und Soziale Teilhabe/ Soziale Psychiatrie/ Queere Lebensweisen/ Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungspolitik
Telefon: 030 86 001-172
E-Mail: gross[at]paritaet-berlin.de
Christine Göttert
Mitarbeiterin im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Referate soziale Teilhabe
Telefon: 030 86 001-554
E-Mail: goettert[at]paritaet-berlin.de