Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Hauptausschuss bewilligt 500.000 Euro zur Rettung der Interkulturellen Waldorfschule

Pressemitteilung vom 02.12.2020

Die Regierungsfraktionen einigten sich in den Haushaltsberatungen darauf, die Freie
Interkulturelle Waldorfschule (IKWS) bereits ab Januar 2021 zu bezuschussen. Sieben Monate
vor Ablauf der gesetzlichen „Wartefrist" soll die Schule demnach 75% der regulären Zuschüsse
erhalten. Der entsprechende Änderungsantrag zum Nachtragshaushalt wurde heute im
Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses einstimmig bestätigt. Zur Gewährleistung des
Schulbetriebs bis zur regulären Bezuschussung ab August 2021 werden demnach 500.000 Euro
zusätzlich eingestellt.

„Dass nun das Land Berlin einspringt, ist insbesondere den Bemühungen der
Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh (SPD) und Silke Gebel (Bündnis 90/ Die Grünen) zu
verdanken, die damit den sozialintegrativen und interkulturellen Ansatz dieser Schule würdigten",
betont der Geschäftsführer Johannes Mosmann. Üblicherweise erhalten freie Träger in Berlin fünf
Jahre lang keinerlei öffentliche Förderung, müssen sich also in dieser Zeit durch Elternbeiträge,
Spenden und sogar durch Schulden (Kredite) finanzieren. Da die Interkulturelle Waldorfschule
einen sozialintegrativen Ansatz verfolgt und sich bewusst auch an einkommensschwache
Haushalte wendet, war sie hierdurch in finanzielle Not geraten.

Über 50% der Eltern der Interkulturellen Waldorfschule leben von einem geringen Einkommen
und 18% der Schülerinnen und Schüler beziehen Transferleistungen. Zudem bietet die IKWS als
eine weitere Besonderheit neben Englisch auch Arabisch, Türkisch und Spanisch als
Sprachunterricht an und wendet sich gezielt an Migranten. „Mit einem hohen Schulgeld sind die
Ideale unserer Schule nicht vereinbar", betont Katrin Bokermann, Klassenlehrerin der 6. Klasse
und Sprecherin der Schulleitung.

Mit Unterstützung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und der Landesarbeitsgemeinschaft der
Berliner und Brandenburger Waldorfschulen hatte die IKWS deshalb das Gespräch mit den
Abgeordneten gesucht. „Die vorzeitige Bezuschussung zeigt den Bürgerinnen und Bürgern, die
sich mit persönlichem Engagement für die Zukunft der Stadt einsetzen, dass sie von der Politik
gesehen und mitgetragen werden," so Johannes Mosmann. „Für uns zählen diese Zuschüsse
doppelt, da sie nicht nur das Überleben der Schule sichern, sondern Eltern und Kollegium darin
bestärken, sich weiterhin für die Überwindung sozialer, nationaler oder religiöser Grenzen
einzusetzen."

Rund 10% der Schulplätze werden in Berlin von freien Trägern gestellt. Sie fordern schon länger
eine Verkürzung der im Ländervergleich einmalig langen Wartefrist und eine Unterstützung für
einkommensschwache Haushalte, damit sie verstärkt sozialintegrativ Wirken können.

Hintergrund-Infos: Zur Finanzierung freier Schulen in Berlin

Kontakt: Johannes Mosmann, Freie Interkulturelle Waldorfschule Berlin
Schnellerstraße 1-5, 12439 Berlin
030/23942606, gf(at)ikws.de , www.ikws.de

(nd)

Datum, 03 | 12 | 2020