Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Die Basis stärken: Forderung einer einheitlichen Verwaltungsgemeinkostenpauschale

Offener Brief des Berliner Verbands für sozial-kulturelle Arbeit an Finanzsenator Kollatz

Um zuwendungsgeförderte Projektarbeit nachhaltig und qualitativ hochwertig durchführen zu können, fordern die Berliner Wohlfahrtsverbände die Einführung einheitlicher und zudem pauschalisierter Verwaltungsgemeinkosten in Zuwendungen des Landes Berlin. Auch derVerbands für sozial-kulturelle Arbeit, kurz VskA Berlin, verleiht nun mit seinem offenen Brief an Finanzsenator Kollatz der Forderung nach einer Verwaltungsgemeinkosten-Pauschale in Höhe von mindestens zwölf Prozent der Gesamtsumme eines Projektes noch einmal mehr Nachdruck.

Bisherige Zuwendungspraxis häufig nicht kostendeckend

Leistungen der Daseinsfürsorge bzw. von sozialpolitischer Bedeutung werden in Einrichtungen von Trägern der Freien Wohlfahrtsverbände erbracht. Werden diese Leistungen aus Zuwendungen des Landes Berlin oder der Bezirke gefördert, hat der Projektträger neben einem Eigenanteil auch den Personal- und Sachaufwand zu finanzieren, der für das Projekt auf Einrichtungsebene entsteht. Alle Kosten, die einem Projekt nicht direkt, sondern nur über einen Verteilungsschlüssel zugeordnet werden können, werden als Verwaltungsgemeinkosten bezeichnet.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der LIGA der Spitzenverbände gegenüber Finanzsenator Kollatz wird deutlich, dass bisher im Durchschnitt lediglich vier Prozent der Projektkosten für Verwaltungsgemeinkosten finanziert werden. Insbesondere kleine Träger können die tatsächlich anfallenden Kosten für beispielsweise Mieten, Personal- und Rechnungswesen sowie Ausgaben für Versicherungen und Steuern mit diesem geringen Anteil keinesfalls decken. Die nachhaltige Fortführung von sozialpolitisch bedeutsamen Projekten und Aktivitäten ist so gefährdet.
Zuwendungsfinanzierte Projekte benötigen eine Pauschale von zwölf Prozent.

Die Kalkulation verschiedener zuwendungsfinanzierter Projekte bei unterschiedlichen Trägerstrukturen hat ergeben, dass durchschnittlich Verwaltungsgemeinkosten von zwölf Prozent auf die Gesamtsumme eines Projektes anfallen. Um auch zukünftig soziale Projekte aus Zuwendungen des Landes Berlin oder der Bezirke in einer vielfältigen Trägerlandschaft anbieten zu können, fordert die LIGA der Wohlfahrtsverbände:
•    eine Anerkennung einer Verwaltungsgemeinkosten-Pauschale in allen Zuwendungen,
•    einen Anteil von pauschal zwölf Prozent für Verwaltungsgemeinkosten der Träger,
•    die Behandlung der Verwaltungsgemeinkosten-Pauschale als „Pauschale“, d.h. ohne Einzelnachweis der tatsächlichen Ausgaben.

In Bezug auf die Nachbarschaftsarbeit schließt sich auch der Berliner Verband für sozial-kulturelle Arbeit dieser Forderung mit einem offenen Brief an Finanzsenator Kollatz an, denn eine „qualitativ hochwertige und nachhaltige Durchführung von Projekten und Aufgaben, die zuwendungsfinanziert sind, erfordert neben einem hohen fachlichen Standard und großem Engagement auch eine gute und solide Verwaltung.“

(rs)

Datum, 12 | 06 | 2019