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Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Berlin

Ein Statement von Dr. Gabriele Schlimper

Dr. Gabriele Schlimper, Foto: William Glucroft

Es ist immer dasselbe. Jedes Jahr, wenn es kalt wird, kommt das Thema wieder in die Öffentlichkeit. Und jedes Jahr wird die Öffentlichkeit davon überrascht, wie viele Menschen in Berlin ohne Wohnung und ohne Obdach leben.

Die Zahl der wohnungs- und obdachlosen Menschen in Berlin steigt seit Jahren kontinuierlich an. Das können wir alle sehen und zwar in ganz Berlin und nicht nur im Tiergarten. An vielen Orten der Stadt leben Menschen auf der Straße, meist in Unterführungen, an S-Bahnhöfen oder sonstigen einigermaßen geschützten Plätzen. Und jedes Jahr werden es mehr.

Es ist ja nicht so, dass es für diese Menschen keine Hilfsangebote gibt.

Unsere sozialen Organisationen sind das ganze Jahr unterwegs, um diesen Menschen zu helfen. Sie werden mit Nahrung versorgt, finden kurzfristige Unterkünfte, erhalten individuelle Beratungen und bei Bedarf einfache medizinische Hilfeleistungen.

Hier findet gute soziale Arbeit direkt vor Ort statt. Das alles wird von vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Die Profis und die Ehrenamtlichen haben dafür meine höchste Anerkennung.

Aber: das alles reicht nicht. Selbstverständlich braucht es bei den steigenden Zahlen der Betroffenen mehr von diesen sozialen Leistungen. Allen voran brauchen wir eine vernünftige gesamtstädtische Planung, die auch die Ursachen und weitere Folgeerscheinungen mit im Blick behält. Das Gesamte wird die Sozialarbeit allein nicht lösen können. Hier müssen Wohnungswirtschaft, Verwaltung, Ordnungsbehörden aber auch unter Umständen Polizei gut mit der sozialen Arbeit verknüpft werden.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin und seine Mitgliedsorganisationen stehen selbstverständlich sehr gern zur Verfügung, wenn es darum geht, an dieser gesamtstädtischen Planung und Umsetzung mitzuwirken. In diesem Sinne: Wir machen das! 

Dr. Gabriele Schlimper 
Geschäftsführerin

Datum, 26 | 10 | 2017