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Wenn‘s nicht mal zum Nötigsten reicht

KinderZukunft hat ärmere Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, kleine Träume wahr werden zu lassen

Ansetzen zum Sprung ins Leben, gefördertes Projekt beim Kinderzirkuns Cabuwazi, Foto: Martin Thoma

Ansetzen zum Sprung ins Leben, gefördertes Projekt beim Kinderzirkuns Cabuwazi, Foto: Martin Thoma

Die Zahl der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen ist in Berlin sehr hoch. Fast jedes dritte Kind lebt in einer Familie, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Finanzielle Armut verringert häufig die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen, aber auch ihre Gesundheit oder die Teilhabe an sozialen Aktivitäten kann beeinträchtigt werden.

Kultur, Sport, Kleidung

Mit dem 2006 initiierten Programm KinderZukunft ermöglichte die Stiftung Parität Berlin Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Familien, an kulturellen und sportlichen Aktivitäten teilzunehmen oder auch einfach Winterkleidung, einen Babyschlafsack oder einen Kinderfahrradsitz zu kaufen. Für das Programm standen jährlich etwa 50.000 Euro zur Verfügung, die seit 2014 nachrangig und ergänzend zum Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes (BuT) eingesetzt wurden.

Von 2006 bis 2019 gingen über das Programm KinderZukunft 50-Euro-Gutscheine an 8312 bedürftige Kinder und Jugendliche sowie Ausbildungsgutscheine in Höhe von 270 Euro an 1371 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 15 Jahren. Insgesamt vergab die Stiftung Parität Berlin über das Programm KinderZukunft knapp 670.000 Euro.

Stimmen aus der Praxis

Margitta Haertel von der Stiftung Pfefferwerk, kümmerte sich fast fünfzehn Jahre um die Verteilung der Mittel in Pankow und weiß, dass das Programm in Pankow sehr vielen Kindern aus bedürftigen Familien zugutekam. Das Geld floss in elementare Anschaffungen wie Winterschuhe, Regenbekleidung oder Wäsche, erleichterte die altersgerechte Ausstattung von Kinderzimmern und ermöglichte eine kontinuierliche Teilnahme an kreativen oder sportlichen Freizeitangeboten.

Viola Scholz-Thies vom Familientreff Staaken des Gemeinwesenvereins Heerstraße Nord e.V. setzte sich in Spandau für die Verteilung der Gutscheine ein. Sie berichtet, dass in Spandau eine hohe Kinderarmut herrscht und dass das Programm sehr hilfreich, unkompliziert und niedrigschwellig war. Besonders hob sie die Bedeutung der Stipendien, beispielsweise für Schwimmkurse oder Musikunterricht, hervor: „Was die Kinder durch diese Art von Förderung an Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen gemacht haben, nehmen sie mit in ihr ganzes Leben; es stärkt und fördert sie in ihrer Entwicklung.“ Voraussetzung zur breiten Verteilung der Mittel sei eine gute Vernetzung im Bezirk.

Blick nach vorn

Das Programm KinderZukunft lief in der jetzigen Form Ende 2019 aus. Es ist für 2021 geplant, ein neues Programm mit einem anderen Förderansatz für den Bereich Kinder aufzulegen. Derzeit werden die Bedarfe abgefragt, um noch gezielter fördern zu können. Margitta Haertel empfiehlt, bei Konzipierung eines neuen Programms mit vergleichbarer Zielrichtung zu überlegen, wie man dieses Programm beziehungsweise die daraus erwachsenden Möglichkeiten noch besser denen gegenüber kommuniziert, die direkt mit den bedürftigen Familien arbeiten.

Viola Scholz-Thies erinnert sich, dass die Gelder in den einzelnen Bezirken sehr unterschiedlich abgefragt wurden und schlägt vor, diese Tatsache bereits im Vorfeld bei der Vergabe der Gelder zu berücksichtigen.

Über die geänderten Förderbedingungen werden wir Sie informieren.

Für Fragen und Anregungen zum neuen Förderansatz für den Bereich Kinder wenden Sie sich bitte an:
Karin Riedesser: riedesser(at)paritaet-berlin.de oder
Dorothee Thielen: thielen(at)paritaet-berlin.de

Rita Schmid, Öffentlichkeitsarbeit im Paritätischen Berlin

(rs)

Datum, 24 | 11 | 2020