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Strassenfeger und Kaffee Bankrott schließen zu Gunsten der Notübernachtung für Familien

mob e.V. erklärt in Pressemitteilung die Hintergründe für das Aus

Pressemitteilung von ob e.V. vom 19. Juni 2016

Die Mitgliederversammlung des mob e.V. hat am 18.6.2018 aufgrund der wirtschaftlichen und personellen Situation der Projekte strassenfeger und Kaffee Bankrott die vorläufige Schließung ihrer Traditionsprojekte beschlossen. „Dies war keine leichte Entscheidung für die Mitglieder und den Vorstand. Wir möchten die Vereinstätigkeiten zukünftig nach dem Motto Qualität statt Quantität weiterbetreiben“, so Mara Fischer Vereinsvorstand.

Kaffee Bankrott von mob e.V. vor dem Aus; Foto:Markus TheisenUrsache für diese Entwicklung ist auf der einen Seite die steigende Anzahl an Klientengruppen mit ihren vielfältigen sozialpädagogischen Betreuungsbedarfen, zum anderen sieht sich der mob e.V. aufgrund von fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen nicht mehr in der Lage, die Vielzahl an Projekten wie bisher weiter zu führen. Die jetzt geplante temporäre Schließung der Projekte soll der Sanierung und Konsolidierung des Vereins dienen.

Die Projekte Kaffee Bankrott und strassenfeger gibt es seit 1997 unter dem Dach des mob e.V. und sind vom Gedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ getragen. Dieser Ursprung des Vereins funktioniert jedoch 24 Jahre nach der Gründung des Vereins in seiner Struktur so nicht mehr.

In den letzten Jahren wurden immer wieder die gleichen Punkte beim strassenfeger seitens der Mitglieder und des Vorstandes bemängelt, ohne dass die Probleme behoben werden konnten: Verkäufer*innen können nicht vor Übergriffen geschützt werden und die Vertriebsstruktur ist desolat. Die Beschwerden über Verkäufer, die betteln statt die Zeitung zu vertreiben häufen sich. Hinzu kommt ein sinkender Absatz der Zeitung. Die Krise des strassenfegers reiht sich in die Krise der anderen Straßenzeitungen deutschlandweit ein. Die finanzielle und personelle Ausstattung des strassenfegers über die Jahre hat es leider nicht möglich gemacht, diesem Umstand aus dem Verein entgegenzuwirken.

In dieser Situation ist es dem Vorstand gemeinsam mit dem Land Berlin, der Senatsverwaltung, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin und Marola Lebeck als Mäzenin des Vereins gelungen, eine neue Perspektive für den Verein insgesamt zu entwickeln. Die strategische Ausrichtung orientiert sich dabei an dem Leitspruch „ein Dach über dem Kopf“. Dazu soll neben dem Selbsthilfewohnhaus in der Oderberger Straße 12 und der Notübernachtung in der Storkower Straße 139c eine Notübernachtung für Familien in der Storkower Straße 139d eröffnet werden. Dafür eignet sich die Fläche von 899 qm in der Storkower Straße sehr gut. Ergänzend dazu ist eine Beratungsstelle für obdachlose Männer und Frauen mit dem Schwerpunkt Familie geplant. Alle Vorhaben sind über das Integrierte Sozialprogramm (ISP) des Landes Berlin geplant und beantragt. In der Koalitionsvereinbarung ist die Schaffung von 100 Plätzen für obdachlose Familien verankert. Für die Verwirklichung dieses Ziels möchten wir uns gerne engagieren, gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir pro Woche ca. vier obdachlose Familien abweisen müssen, da in unserer derzeitigen Notunterkunft zu wenig Platz vorhanden ist.

Für strassenfeger und Kaffee Bankrott planen wir langfristig einen Weiterbetrieb. Die Schließung soll nur temporär sein. Bezüglich des Projektes strassenfeger sind wir bereits mit der BISS aus München im Gespräch. Voraussetzung für die Neuauflage ist in jedem Fall eine tragfähige Finanzierung, die einen sozialarbeiterischen Ansatz im Vertrieb zu Grunde legt. Gleiches gilt für den Betrieb des Kaffee Bankrotts als Tagesaufenthalt.

Mehr unter: www.mob-berlin.org

Die Pressemitteilung von mob e.V. können Sie hier herunterladen.

(vb)

Datum, 19 | 06 | 2018