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Prämie für Pflegehelden – für alle!

Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin

Logos der Liga-Mitglieder

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Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin hat mit Datum vom 3. Juni 2020 einen Offenen an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller zur Helden- und Pflege-Prämie verschickt. Zur Liga gehören der AWO Landesverband Berlin e.V., der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V., das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V., der Paritätischer Landesverband Berlin e.V., der DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz e.V. und die Jüdische Gemeinde zu Berlin KdöR.



Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe, der Flüchtlingshilfe, der Wohnungslosenhilfe und den gemeinnützigen Krankenhäusern haben in den vergangenen Wochen unter schweren Bedingungen großartige Arbeit geleistet und die soziale Infrastruktur und gesundheitliche Versorgung in unserer Stadt mit aufrechterhalten.

Warum werden sie für die Heldinnen- und Helden-Prämie nicht berücksichtigt? Die Prämienzahlung an die Landesbediensteten, unter Ausschluss von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freier, gemeinnütziger Träger, riskiert die Schaffung einer Zwei-Klassen-Mitarbeiterschaft.

Die Diskussion um die Heldinnen- und Helden-Prämie ist ein weiteres Beispiel für die explizite Besserstellung des Öffentlichen Dienstes und Herabstufung der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege. In dieser Bevorzugung zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab, die wir bereits 2019 mit der Einführung der Hauptstadtzulage öffentlich kritisiert haben.

Wir leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag für ein lebenswertes und sicheres Berlin! Ihr Ansinnen, unter schwierigen Bedingungen geleistete Arbeit monetär anzuerkennen, findet bei der Liga grundsätzlich Zustimmung. In den von der Landesregierung festgelegten Voraussetzungen für den Erhalt der Prämie offenbart sich jedoch eine enorme Ungerechtigkeit und Missachtung, die seitens der Freien Wohlfahrtspflege nicht hinnehmbar und im Rahmen der Subsidiarität auch politisch nicht vertretbar ist.

Wir möchten daher mit Ihnen, sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, gemeinsam über Alternativen zur Heldinnen- und Helden-Prämie sprechen und Wege für eine solidarische Verteilung der Mittel finden.

Im Hinblick auf die Zahlung einer Pflegeprämie für Bereiche der ambulanten und stationären Altenpflege zeigt sich in Berlin eine ähnliche Schieflage. Als gemeinnützige Träger erwirtschaften wir keine Gewinne, die wir an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen können. Wir erwarten deshalb, dass Berlin – wie Brandenburg – das „letzte Drittel“ der Prämie für Altenpflegerinnen und -pfleger komplett trägt.

Wir freuen uns über den direkten Austausch mit Ihnen.

(aw)

 

 

Datum, 04 | 06 | 2020