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Positionspapier und Gutachten zum Versorgungsverbund MZEB erschienen

Medizinische Zentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung und schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) im Land Berlin

Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen werden bisher  mit Vollendung des 18. Lebensjahres von der gesundheitlichen Versorgung durch spezialisierte Ärztinnen und Therapeuten weitgehend ausgeschlossen. Nach einer qualifizierten ambulanten Versorgung in den Kinder-und Jugendambulanzen (KJ/SPZ) und Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) werden sie oft auf eine Grundversorgung mit nachweisbar deutlicher Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes und ihrer Funktions- und Teilhabemöglichkeiten verwiesen. Die Kenntnisse und Ausstattung zur Behandlung von behinderten Menschen sind in der ambulanten Regelversorgung nicht ausreichend vorhanden.

Mit dem § 119c SGB V, im jüngst beschlossenen Versorgungstärkungsgesetz (GKV-VSG ) eingeführt, ist gesetzlich der Weg gebahnt, eine qualitativ hochwertige und auf die Bedarfe der Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen ausreichende ambulante Struktur aufzubauen. Dabei ist eine enge Vernetzung mit den Angeboten der Regelversorgung angestrebt.

In ihrem Positionspapier entwickelte die Arbeitsgruppe (AG) MZEB Vorschläge zur Gestaltung einer inklusiven Praxis im Land Berlin, um eine wohnortnahe, barrierefreie und flächendeckende Versorgung mit Präventions-, Gesundheits-, Rehabilitations- und Pflegeangeboten zu schaffen, die für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind. Medizinische Zentren im Sinne des § 119c SGB V sollen zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen und therapeutischen Versorgung errichtet werden. Die Angebote wenden sich an Menschen mit angeborener geistiger Behinderung, durch eine erworbene Hirnschädigung Behinderte und Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen richten.
Das Positionspapier Versorgungsverbund für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen in Berlin finden Sie hier.

Das Gutachten Medizinische Zentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung und schweren Mehrfachbehinderungen in Berlin wurde im Auftrag der AG MZEB erstellt und bildet die Grundlage des Positionspapiers Versorgungsverbund für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen in Berlin. Sie finden das Gutachten hier.

Die Dokumentation zur Fachtagung "Gesundheit für alle?" am 2. März 2016 finden Sie hier.

Kontakt zur AG MZEB im Paritätischen Berlin:

Ulrike Pohl, Referentin für Menschen mit Behinderungen, Paritätischer Berlin
MZEB(at)paritaet-berlin.de

paritaet-berlin.de/versorgungsverbund

 

Weiterführende LInks:

Die Fachverbände: Rahmenkonzeption Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) Fassung vom 12.10.2015.

Ärztliche Versorgung behinderter Frauen. Die Not der unbeliebten Patientin. Von Kathrin Runge Quelle: FAZ, 06.10.2014

Ein Licht für mehr Leben. Viele geistig Behinderte sehen schlecht. Das merkt nur niemand, nicht einmal ihr Arzt. Von Burkhard Strassmann, Quelle: DIE ZEIT, 23.12.2008

Menschen mit Behinderungen – Stiefkinder der medizinischen Versorgung?
Internationales Symposium zur zahnärztlichen Betreuung von Menschen mit Behinderungen. 23. und 24. April 2004 in Berlin (Bis zur Dokumentation scrollen)

Boehlke, Erik: Beratungs- und Behandlungszentren für Menschen mit geistiger Behinderung. in Hennicke, Klaus (Hrsg.): Dokumentation der Arbeitstagung der DGSB am 26.03.1999 in Kassel. Materialien der DGSB Band 1, Berlin 2000

Seidel, M. ( Hrsg.): Menschen mit erworbenen Hirnschäden – (keine) Randgruppe in der Behindertenhilfe ?! Dokumentation der Arbeitstagung der DGSGB am 16.3.2012 in Kassel. Materialien der DGSGB Band 28, Berlin 2013

Van Schrojenstein Lanteman-De Valk, HMJ, et al. Health problems in people with intellectual disability in general practice: a comprehensive study. Fam Pract2000;17:405-7.

Welti: Behinderung als Rechtsbegriff; Forum D, Beitrag D22-2014. Ursprung und die Entwicklung des Begriffs; Zweck des Behinderungsbegriffs; Spannungsverhältnis zwischen Alltags- und Fachverständnis; Kritik des aktuellen Behinderungsbegriffs aus § 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch IX und dem durch die UN-Behindertenrechtskonvention erforderlichen Änderungsbedarf.

Bundesministerium für Gesundheit: Dokumente zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (23.07.2015)

Deutsches Institut für Menschenrechte e. V.: Dokumente zur Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK).
- Informationen zur Behindertenrechtskonvention (CRPD)
- Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland

(RS)

Datum, 16 | 12 | 2015