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#paritaetfamilie: Infrastruktur für Familien stärken

Kategorie: Familie, Frauen, Mädchen, Stellungnahmen, Aus dem Verband

Forderungen der Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit, Gleichstellung, Gesundheitsförderung und des Schutzes von Frauen und Mädchen vor Gewalt in Berlin

Foto: S. Hofschlaeger/ pixelio.de

Die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin begrüßen ausdrücklich die angestrebten Maßnahmen in den Handlungsfeldern Familie, Frauen und Mädchen im Koalitionsvertrag der Rot-Rot-Grünen Landesregierung.

Die Regierungserklärung vom 12.01.2017 greift jedoch nicht ausreichend die vereinbarten Maßnahmen aus dem Koalitionsvertrag auf, die notwendig sind, um Familienfreundlichkeit, Gleichstellung, Gesundheitsförderung, Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt sowie Gewaltprävention in Berlin auf lange Sicht zu stärken.

Deshalb haben die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin ihre konkreten Forderungen an die Landesregierung erarbeitet, um die bereits laufenden Maßnahmen in Berlin zu ergänzen und Familien, Frauen und Mädchen stärker als bisher zu berücksichtigen.

Diese Forderungen beziehen ein:

  • ein Investitionsprogramm für die Errichtung von Familienzentren an Kindertagesstätten, Stadtteilzentren und Nachbarschaftseinrichtungen
  • das angestrebte Familienfördergesetz, das weit über die Kinderbetreuung hinausgehen und die Lebenswelten von Familien unterschiedlicher Form berücksichtigen muss
  • die zügige Umsetzung der Gesamtkonzeption „Alleinerziehende stärken“
  • die Fortführung des Bundesprogramms Frühe Hilfen und Verstetigung der Projekte Baby-Lotsen zur Begleitung von werdenden Familien. Bei Wegfall der Förderung entstehen Versorgungslücken im Hilfesystem für Familien.
  • die finanzielle Absicherung von Frauenprojekten
  • die Aufstockung der Finanzierung für Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen und für Erziehungs- und Familienberatungsstellen
  • bedarfsgerechte Förderprogramme, um den Zugang zum Arbeitsmarkt, zur Ausbildung und Weiterbildung für Frauen mit Behinderung und anderen Frauen zu ermöglichen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind
  • die Umsetzung von Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und ihre angemessene Finanzierung,
  • die aufsuchende Beratung für geflüchtete Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind
  • den Ausbau von Plätzen in Frauenhäusern, auch für Kinder
  • eine Umsetzungsrichtlinie für Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen in Berlin.

Das umfassende Forderungspapier geht der Berliner Landesregierung zu und wird in der laufenden Legislaturperiode 2016-2021 zum Gegenstand der gesellschafts- und fachpolitischen Diskussionen und zur Arbeitsgrundlage für die Zusammenarbeit zwischen den gemeinnützigen sozialen Organisationen und der Landesregierung.

Das Forderungspapier und die Liste der beteiligten Mitgliedsorganisationen finden Sie hier.

Anna Zagidullin ist Referentin für Familie, Frauen und Mädchen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin.

(Pe)

Datum, 15 | 05 | 2017