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Neues bei Pfefferwerk Stadtkultur

Inklusives Haus für gemeinsames Wohnen errichtet. Zudem bietet die Pfefferwerk Akademie praxisorientierte Fortbildungen an

Vorderansicht des neuen inklusiven Hauses, Foto: Pfefferwerk Stadtkultur gGmbHMit unseren Angeboten setzen wir uns für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen am gesellschaftlichen Leben ein und entwickeln dafür neue Wege und Ideen. Unser Projekt »Inklusives Wohnen« war so eine Idee. Nach Besuchen von Wohnprojekten in Berlin und Hamburg begannen wir 2017, unsere eigenen Vorstellungen für ein Haus zu entwickeln, in dem Menschen mit und ohne Behinderung, Studierende, Menschen mit Fluchterfahrung, wohnungslose Jugendliche und junge Familien barrierefrei wohnen und gemeinsam den Alltag gestalten.

Unserer Vision ein Stück näher

Fachliches Know-how und Erfahrungen waren da, die Konzeptionen geschrieben, unser virtuelles inklusives Haus war fertig. Leider kamen wir aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes keinen Schritt weiter. 2018 beteiligten wir uns an einer Ausschreibung für eine Immobilie in Berlin-Lichterfelde und erhielten tatsächlich den Zuschlag für das Grundstück mit zwei Häusern eines ehemaligen Pflegeheims in der Boothstraße.

Endlich konnten wir loslegen!

Unsere Vision eines gemeinsamen Wohn- und Lebensortes für Menschen mit und ohne Behinderung wurde damit ein ganzes Stück greifbarer. Das Grundstück befindet sich in einem ruhigen und idyllischen Viertel und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Beide Häuser mit insgesamt 42 Wohneinheiten sind barrierearm. Zu den WGs gehört ein Gemeinschaftsraum mit Küche. Außerdem können die Bewohnerinnen und Bewohner einen großzügigen Saal mit Vollküche nutzen. Wichtig war uns, dass die zukünftigen Bewohner das Zusammenleben von Anfang an mitgestalten.

Was machst Du hier, Schwelle?

Deshalb organisierten wir mit der Stattbau Stadtentwicklungs GmbH, die das Projekt über das Programm „Prima Bude“ auch finanziell unterstützt, im Oktober 2018 für interessierte Studierende und junge Menschen mit Behinderung einen Workshop. Es ging darum, den Ort nah den Vorstellungen und Wünschen der künftigen Bewohner zu gestalten. Mit oder ohne Kommunikationseinschränkung – alle waren beteiligt. In einem Visionenspiel überlegten wir uns, wie wir den Gemeinschaftssaal nutzen könnten. Mit Legobausteinen, Postkarten und Malsachen bauten wir, was sich jeder für den Saal wünschen würde. Aus den Ergebnissen erarbeiteten Innenarchitekten eine Planung, die wir nun nach und nach mit verschiedenen Gewerken umsetzen. Auch den Garten werden wir mit dieser partizipativen Methode gestalten.

Herzlich willkommen im inklusiven Haus!

Im Februar 2019 begrüßten wir den ersten Bewohner und Anfang März zogen acht Studierende ein. Und nachdem wir im Dezember die Anerkennung als Träger der Eingliederungshilfe bekamen und – nach langer Suche – engagierte Fachkräfte gefunden haben, können wir nun auch unsere erste ambulante WG mit vier Bewohnerinnen und Bewohnern eröffnen und sie in der Gemeinschaft mit den anderen Bewohner in ihrer Eigenständigkeit begleiten und stärken.

Pfefferwerk Akademie: Lernen aus der Praxis

Und noch etwas Neues: Unter dem Dach der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH bietet die Pfefferwerk Akademie seit Anfang des Jahres praxis- und handlungsorientierte Fortbildungen an. Ursprünglich als interne Fortbildungsreihe „Von Kolleg*innen für Kolleg*innen“ gestartet, sind viele Veranstaltungen nun auch für Fachkräfte anderer Träger geöffnet. Damit möchten wir einen fach- und trägerübergreifenden Austausch unter den Trägern sozialer Arbeit fördern.
Das Spektrum der Seminare reicht von gewaltfreier Kommunikation über den Umgang mit herausforderndem Verhalten von Schülern bis hin zum Grundlagenwissen Autismus. Wichtig sind uns ein hoher Praxisbezug und eine angemessene Balance zwischen Wissensvermittlung und Austausch in der Gruppe. Die Referenten, darunter viele Pfefferwerker, sind Experten aus der Praxis.

Mehr über die Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH und das Programm der Pfefferwerk Akademie finden Sie hier: www.pfefferwerk.de

Maud Materson, Inklusives Wohnen, und Kaj Bergmann, Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH

(rs)

Datum, 15 | 07 | 2019