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Neue Lebenschance durch Gemeinschaft

Selbsthilfe-Festival Berlin 2016

Trommelgruppe mit Hund beim Selbsthilfe-Festival auf dem Tempelhofer Feld

Trommelgruppe beim Festival; Foto: Kathrin Zauter

„Wir können alle sehr stolz auf die aktive Szene und das Engagement in der Selbsthilfe in Berlin sein. Sie sind für eine lebendige Zivilgesellschaft unersetzlich.“ Mit diesen Worten eröffnete Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales, am 9. Juli das Selbsthilfe-Festival auf dem Tempelhofer Feld.

Unter dem Motto „begegnen & begeistern“ konnten alle Bürgerinnen und Bürger Berlins die große Vielfalt der Selbsthilfe in der Stadt hautnah erleben. Der Selko e.V., Dachverband der regionalen Selbsthilfe-Kontaktstellen, die Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin, Landesstelle Berlin für Suchtfragen, und der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin hatten dafür ein einzigartiges Kulturfestival auf die Beine gestellt.

Das Konzept, Selbsthilfe interessant und lebendig zu präsentieren, ging auf: Das Festival war an diesem sonnigen Samstag ein großer Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher. Mehr als 80 soziale Organisationen und Selbsthilfegruppen, darunter viele Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, stellten ihre Unterstützungsangebote für die Betroffenen und Angehörigen zum eigenverantwortlichen Umgang mit der Krankheit, Behinderung und schwierigen Lebenssituationen vor.

„Das Selbsthilfe-Festival ist ein Schaufenster dessen, was Selbsthilfe in Berlin leistet. Es ist schon beeindruckend, in welcher Vielfalt Selbsthilfegruppen in unserer Stadt aktiv sind“, hob Prof. Barbara John, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, hervor. Selbsthilfegruppen geben nicht nur bei medizinischen Fragestellungen wichtige Unterstützung. Neben Gruppen aus dem Gesundheitsbereich haben sich auch Initiativen aus dem sozialen Bereich vorgestellt, bei denen gesellschaftliches Handeln und gesellschaftliche Fragestellungen eine wichtige Rolle spielen, wie z.B. Junge Selbsthilfe und Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten.

Das Festival bot für Familien und Kinder außergewöhnliche Mitmachaktion an, die Einblicke in die Themen Inklusion, Diversität und Kultur gaben. Ob Pedalo-Spiel-Mobil, Hüpfburg, Tombola, Drum Circle oder Improtheater „MutArtLabor“ für Menschen mit Sozialphobie – für jede und jeden war etwas dabei! Mit ihren interkulturellen Tänzen bewies beispielsweise eine Gruppe bosnischer Frauen erneut den Mut im Umgang mit Kriegserfahrungen und begeisterte das Publikum. Spannende Filmbeiträge, z. B. über die Selbsthilfe für anonyme Spieler, ergänzten das Programm. Viele Teilnehmende des Selbsthilfe-Festivals zeigten auch großes Interesse am Berliner Freiwilligentag, bei dem am 9. und 10. September Berlinerinnen und Berlinern zu Mitmachaktionen in der ganzen Stadt eingeladen sind.

„Die Selbsthilfegruppen schaffen Raum für die eigene Weiterentwicklung und die neuen Lebenschancen durch Gemeinschaft“, so Gerlinde Bendzuck, Vorstandsvorsitzende der Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin. Und das zeigte sich auch beim Selbsthilfe-Festival: Menschen, die sich vorher nicht kannten, kamen beim Festival ins Gespräch und fanden manchmal erstmalig den Mut, mit anderen über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen. 

Anna Zagidullin

Mehr: www.selbsthilfe-festival-berlin.de

"Wir wollen diejenigen treffen, die noch nie was von Selbsthilfe gehört haben"
Lesen Sie hier unser Interview mit Karin Stötzner von der Berliner Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS)

Datum, 13 | 07 | 2016