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Mahnruf Berliner Jugendhilfe: Personalmittel und Corona-Schnelltests werden dringend benötigt!

Stationären Einrichtungen mit rund 6.500 Kindern und Jugendlichen und 2.500 Beschäftigten droht eine unkontrollierbare Ausbreitung von COVID-19-Infektionen

Foto: Devin Avery/Unsplash

Immer stärker und in immer kürzeren Abständen breiten sich Verdachts- und Quarantänefälle in den stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aus. Mit aller Kraft muss jetzt dringend verhindert werden, dass die rasant zunehmenden COVID-19-Infektionen die Fachkräfte, Kinder und Jugendliche bis hin zu schwerstmehrfachbehinderten Kinder und Jugendliche in den Wohngruppen erreichen. Es droht eine akute Krankheits- und Notsituation!

Um diese besorgniserregende Entwicklung einzudämmen und das Schlimmste zu verhindern, sind für die nächsten Monate außerplanmäßige finanzielle Mittel vom Senat notwendig, um die Vertretung für ausfallende Mitarbeitende zu ermöglichen! Sie werden in stationären Einrichtungen konkret benötigt für, zum Beispiel:

  • Schutz- und Betreuungsmaßnahmen für an COVID-19 erkrankte Kinder und Jugendliche und die sich in Quarantäne befinden, weil  ganze Schulklassen isoliert werden,
  • Unverzügliche Isolation von Verdachtspersonen und Mitarbeitenden mit engem Kontakt zu COVID-19-Fällen und für die kein rechtssicherer Nachweis aufgrund hoher Überlastung der Gesundheitsämter erteilt wird (Allgemeinverfügung),
  • Mitarbeitende aus Risikogruppen, die vom pädagogischen Gruppendienst freigestellt wurden,
  • Mitarbeitende, die ihre eigenen Kinder in Verdachts- und Quarantänefällen an Kitas und/oder Schulen betreuen müssen.

Für besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen und Beschäftigten sind zudem dringend Corona-Schnelltests in den stationären Einrichtungen erforderlich.

Die Kinder- und Jugendhilfe hat in der zweiten Infektionswelle deutlich schlechtere Ausgangsbedingungen als im Frühjahr dieses Jahres. Ohne jegliche finanzielle Unterstützung seitens des Landes haben Einrichtungen ihre ohnehin knapp bemessenen Ressourcen vollständig zur Eindämmung der ersten Corona-Welle ausgeschöpft.

Die Wohngruppen für Kinder und Jugendliche kämpfen gegen die Zeit. Zeit, die den Gesundheitsämtern zur Abklärung und Kontaktnachverfolgung von Verdachts- und Infektionsfällen fehlt. Zudem sind Jugendämter schwer zu erreichen und die Regelungen in den Bezirken, Kitas und Schulen im Umgang mit COVID-19-Infektionen unterschiedlicher nicht sein können.

Wir fordern Berliner Senat dazu auf, freie Träger der Jugendhilfe in diesen schweren Zeiten nicht alleine zu lassen und ihnen Personalmittel und Corona-Schnelltests bereit zu stellen!

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Anna Zagidullin
Referentin Hilfen zur Erziehung und Familie
Referentin Frauen
Tel. 030 86 001-162
zagidullin(at)paritaet-berlin.de

(Pe)

Datum, 10 | 11 | 2020