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Kita-Förderatlas 2022 veröffentlicht

Paritätischer Berlin sieht gravierende Schwierigkeiten beim Kitaausbau - Pressemitteilung vom 6. Mai 2022

Kita: Holzmöbel, bunte Spielsache für Kinder; Foto: Gautam Arora/Unsplash

Kita; Foto: Gautam Arora/Unsplash

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin kritisiert, dass die im Haushaltsplanentwurf für 2022/23 vorgesehenen finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die vom Land Berlin festgelegten Ziele in der der Kitaplanung zu realisieren.

Schon beim Aufstellen der Kitaentwicklungsplanung im Jahr 2020 hatte der Paritätische Berlin auf einen deutlich höheren Bedarf der Familien stadtweit und die prekäre Versorgungssituation in einigen Stadtgebieten hingewiesen. Auch der DJI Kinderreport ging schon im Jahr 2020 davon aus, dass rund 2/3 der unter Dreijährigen und jedes über dreijährige Kind einen Kitaplatz benötigt.

Wie dringend Kitaplätze in einzelnen Regionen gebraucht werden, macht auch der heute durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie veröffentlichte Kita-Förderatlas 2022 deutlich.
Insbesondere in den Gebieten außerhalb des Innenstadtrings und in sozial belasteten Gebieten ist das Angebot an Kitaplätzen unzureichend. Zu den unterversorgten Bereichen gehören u.a. Charlottenburg Nord, Hackenfelde, das Falkenhagener Feld, Buckow, Rudow, Gropiusstadt, Baumschulenweg, Oberschöneweide, Hellersdorf, Neu-Hohenschönhausen, die Rollbergesiedlung oder Reinickendorf Ost.

Der Haushaltsentwurf sieht vor, in den Jahren 2022/2023 Mittel in Höhe von insgesamt 56,5 Mio. Euro im Kita-Ausbauprogramm zur Verfügung zu stellen. Das Land selbst hatte in seiner Entwicklungsplanung einen Bedarf von 160 Mio. für die Jahre 2022-2025 festgestellt. Weder die 160 Mio. Euro für 4 Jahre noch die 56,5 Mio. Euro für 22/23 sind ausreichend, um fristgerecht die notwendigen Platzkapazitäten zu schaffen.

Dazu Martin Hoyer, stellv. Geschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin:
„Nicht nur, dass von vornherein zu wenig Geld eingeplant wird, inzwischen explodieren die Baukosten – d.h. wir werden mit dem gleichen Geld weniger Plätze schaffen können. Und ohne eine ausreichende und abgesicherte Finanzierung können die Kita-Träger auch keine Aufträge erteilen. Wir brauchen dringend mehr Geld im Haushalt, damit der geplante und so dringend nötige Ausbau der Kitaplätze gelingen kann.“

Neben der Neuschaffung von Plätzen muss endlich auch der Erhalt von Plätzen stärker in den Fokus genommen werden. Deshalb ist es völlig unverständlich, dass für die dringend notwendigen Sanierungen von Bestandsbauten zu wenig Mittel im Haushalt eingeplant sind.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin fordert das Land Berlin auf, den Haushaltsplan zu ändern und deutlich mehr Mittel für Kitaausbau und die Sanierung von Kitaplätzen zur Verfügung zu stellen. Nur so kann eine über Jahre anhaltende Unterversorgung mit Kitaplätzen weitestgehend vermieden werden. Dabei muss der reale Bedarf von Familien stärker und regionalisiert in der Planung berücksichtigt werden.

Pressekontakt:
Kathrin Zauter
Pressesprecherin
Tel.: 030 86 00 1 175 / mobil: 0172 292 45 94
zauter@paritaet-berlin.de



Datum, 06 | 05 | 2022