Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

Geplante Erweiterung der Notbetreuung – Kitas fühlen sich vom Senat alleingelassen

Pressemitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin vom 13. Mai 2020

Foto: Jason Sung, unsplash

Ab dem kommenden Donnerstag soll nach dem Willen des Senats die Notbetreuung in den Kitas erneut ausgedehnt werden. Aufgenommen werden sollen nun auch Kinder, die in diesem Jahr in die Schule kommen.
Ganz abgesehen davon, dass die Träger der Kita-Einrichtungen nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen und mit widersprüchlichen und zu späten Informationen seitens der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zu kämpfen haben, stellen die neuen Regeln die Träger und Kita-Teams auch vor fast unlösbare Probleme. Die kleinen Gruppengrößen, die Einhaltung der Empfehlungen der Unfallkasse, der Umgang mit Risikogruppen, Hygienevorschriften und das Zusammenpuzzeln von Kindern, Fachkräften, Räumlichkeiten und Betreuungsbedarfen der Eltern sind nur einige Beispiele.

Mit der Forderung, die bisherige bedarfsorientierte Betreuung der Kinder von Eltern aus
systemrelevanten Berufsgruppen fortzusetzen, alle weiteren Kinder schrittweise aufzunehmen und
gleichzeitig noch auf den Infektionsschutz durch die Betreuung in kleineren und stabilen Gruppen zu
achten, werden die Berliner Kitas vor eine unmögliche Aufgabe gestellt – und dabei alleingelassen.

In der derzeitigen Diskussion um die schrittweise Rückkehr der Kitakinder wird weitgehend ausgeblendet, dass die Pandemie nicht beendet ist. Wir werden uns auf eine längere Phase eines Kitabetriebs unter besonderen Bedingungen einstellen müssen, die ein Angebot für alle mit einem Mindestmaß an Infektionsschutz für Kinder und Beschäftigte miteinander verbindet.

Ziel muss es sein, dass jedes Kind in Berlin wieder Zugang zur Kindertagesbetreuung und damit zur frühkindlichen Bildung erhält. Dieses wird nur möglich sein, wenn die vorhandenen personellen und räumlichen Ressourcen auf alle Kinder aufgeteilt werden.

Der Paritätische Berlin fordert:

  • Einbindung der Verbände und Träger
  • rechtzeitige und eindeutige Information aller Beteiligten
  • Unterstützung von Kitas und Eltern

Wenn das Ziel weiterhin besteht, für 70 Prozent der Kinder ein Angebot bis zum Sommer zu schaffen, müssen bestehende Beschlüsse nochmal verändert werden und neue Entscheidungen getroffen werden. Entweder muss die Gruppe der Anspruchsberechtigten für den erweiterten Zugang weiter reduziert werden oder das Prinzip der kleinen Gruppe muss aufgegeben werden und der Regelbetrieb wieder eingeführt werden. Das bedeutet, die einschlägigen Informationen von Unfallkasse und Berufsgenossenschaft zu ignorieren. Auch für diese Entscheidung muss Verantwortung übernommen werden!

Das Berliner Kita-System ist qualitativ sehr gut und leistungsfähig, vermutlich sogar leistungsfähiger als in allen anderen Bundesländern – dies nicht "wegen" sondern "trotz" der öffentlichen Verwaltung. Das Land Berlin verspielt gerade diesen Joker.

Pressekontakt beim Paritätischen Berlin:
Kathrin Zauter, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., Brandenburgische Straße 80, 10713 Berlin
Tel: 030 860 01-175, Mobil: 0172 292 45 94, Fax: 030 86 001-140, zauter(at)paritaet-berlin.de

(rs)

Datum, 14 | 05 | 2020