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Förderprogramm Flexi-Budget Jugend

Kategorie: Aus dem Verband, Stellungnahmen, Jugendhilfe

Auf- und Ausbau einer präventiven Angebotsstruktur für Kinder, Jugendliche und Familien in den Bezirken

Beispielbild: Pixabay

Der Paritätische Wohlfahrtsverband LV Berlin und seine Mitgliedsorganisationen begrüßen das Förderprogramm „Flexi-Budget Jugend“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zum Auf- und Ausbau einer präventiven Angebotsstruktur in den Bezirken. Dieses Förderprogramm ist ausgehend von den Empfehlungen der AG Sozialausgabensteuerung der Landesregierung entwickelt worden. 

Das „Flexi-Budget Jugend“ soll mittel- bis langfristig den Transferkostenanstieg in Hilfen zur Erziehung dämpfen. Dabei sollen bis Ende 2021 neue Projekte der Jugendsozialarbeit, des Kinder- und Jugendschutzes, der Familienförderung, der Förderung partnerschaftlichen Zusammenlebens in der Familie sowie der Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts gefördert werden.

Wirkungen der Umsteuerung im Bereich Hilfen zur Erziehung sind jedoch immer erst nach 3-5 Jahren spürbar. Eine kurze Laufzeit des Flexi-Budgets kann demnach keine langfristigen Effekte erzielen.

Zeitgleich bedarf es einer deutlichen Aufwertung und Stärkung des bestehenden Systems der Hilfen zur Erziehung, um auf die gesellschaftlichen Entwicklungen (z.B. Anstieg und Verdichtung von Armutsrisiken, Folgen der Flucht, Zunahme an psychischen und seelischen Erkrankungen, Anstieg der Kindeswohlgefährdung, Preissteigerungen) angemessen reagieren und vorausschauend planen zu können. Dazu muss unter anderem die gesamtstädtische Jugendhilfeplanung gem. § 4 (2, 3) AG KJHG zur Gewährleistung eines vielfältigen, bedarfsgerechten und wirksamen Leistungssystems in der Jugendhilfe unter Beteiligung der freien Jugendhilfe im Rahmen der Jugendhilfeplanung vorangebracht werden.

Die Bezirke haben die Umsetzung des neuen Förderprogramms unterschiedlich gelöst und die Qualität der Einbeziehung der freien Träger und der Kinder- und Jugendhilfeausschüsse wurde der Kommunikationskultur der Bezirke überlassen.

Wir fordern einen qualifizierten, bezirks- und bereichsübergreifenden Fachdiskurs unter Einbeziehung der freien Träger, wie die zusätzlichen öffentlichen Mittel für Hilfen zur Erziehung effektiver eingesetzt werden können.

Die Zielstellung des Förderprogramms „Flexi-Budget“ kann nur gemeinsam erprobt und erreicht werden. Dabei muss es möglich sein, neue Modelle und Konzepte auszuprobieren, ohne dass sie an einen wirtschaftlichen Erfolg (z.B. Kosten- und Fallreduzierung) geknüpft sind. Das Flexi-Budget soll uns am Ende nicht die Antworten auf die Schuldfrage liefern, sondern vielmehr, welche von den erprobten neuen Ansätzen ihre Wirkungen auf lange Sicht zeigen.

Die Stellungnahme des Paritätischen LV Berlin finden Sie hier.

Ansprechpartnerin:

Anna Zagidullin

Referentin Hilfen zur Erziehung

Paritätischer Wohlfahrtsverband LB Berlin e.V.

Tel. 030 86001 162

E-Mail: zagidullin(at)paritaet-berlin.de

(nd)

Datum, 30 | 09 | 2020