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„Eigentlich ist es schon toll hier“

Kategorie: Aus dem Verband

Der Paritätische Jahresempfang 2019 fand am 7. Mai statt. Als Gastrednerin eingeladen war die neue Berliner IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm

Gute Gespräche - Gute Zeit. Beim Paritätischen Jahresempfang 2019

Die Themen beim Jahresempfang waren herausfordernd, doch die Stimmung unter den 400 Gästen im Umweltforum der Auferstehungskirche in Berlin-Friedrichshain gut. Die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, Prof. Barbara John begrüßte Vertreterinnen und Vertreter aus den Paritätischen Mitgliedsorganisationen, aus Verwaltung, Jobcentern, Wirtschaftsverbänden, Institutionen und allen Fraktionen des Abgeordnetenhauses – mit Ausnahme der AfD.

Das Pinel Musikprojekt aus Lichtenberg und die inklusive Tanzgruppe Rock & Wheels verbreiteten mit ihren Auftritten Energie und Lebensfreude. Der Paritätische ehrte auch dieses Mal wieder Berliner Bürger, die sich über viele Jahre und Jahrzehnte ehrenamtlich für ihre Mitmenschen engagieren. Einer der Ausgezeichneten: Tagesspiegel-Redakteur Gerd Nowakowski. Er sorgt mit seiner journalistischen Arbeit und als Mitorganisator der Berliner Freiwilligentage dafür, dass Einsatz für das Gemeinwohl in Berlin sichtbarer wird und Nachahmer findet.

Mit der Präsidentin der IHK Berlin, Dr. Beatrice Kramm hatte der Paritätische zum ersten Mal eine Stimme aus der Wirtschaft für die Gastrede zum Jahresempfang eingeladen.

In ihrer optimistischen Rede betonte Dr. Beatrice Kramm den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Sozialem. Dass die Wirtschaft und die Bevölkerung Berlins wachsen, sei gut und zeige die Attraktivität der Stadt. Sie sprach von einer „Wachstumspartnerschaft“, um den Wandel zu gestalten. Sie vertrete in Berlin vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. „Das ist die Wirtschaft, die hier in Berlin engagiert die Stadtgesellschaft mitgestaltet“, sagte sie. Der Paritätische und seine Mitgliedsorganisationen kümmerten sich um die Menschen, die am Wachstumserfolg nicht teilhaben.

Dr. Beatrice Kramm hob unter den Problemen Berlins den Wohnraum- und Fachkräftemangel hervor. Berlin brauche mehr günstige Wohnungen. Doch dürften Gewerbeflächen nicht gegen Wohnraum aufgerechnet werden. Enteignungen privater Wohnungsbaugesellschaften lehnte sie ab. Das wirkliche Thema sei der Neubau. In diesem Zusammenhang kritisierte sie die rückläufige Zahl der Baugenehmigungen, den 60 Jahre alten Bebauungsplan und dass das Baurecht Angelegenheit der Bezirke ist. Strukturen müssten vereinheitlicht werden. Sie verwies auf die Kampagne „Eine Stadt. Eine starke Verwaltung“, an der sich der Paritätische beteiligt. Beim Fachkräftemangel sah sich Dr. Beatrice Kramm mit den besonders betroffenen Unternehmen der Sozialwirtschaft in Erziehung und Pflege in einem Boot.

Die Paritätischen „Wachstumspartner“ bei der Jahresversammlung rief Dr. Beatrice Kramm zum Abschluss ihrer Rede auf, mehr Optimismus in die Stadt zu tragen, denn: „Eigentlich ist es schon toll hier.“

Text: Martin Thoma
Foto: Holger Groß

(vb)

Datum, 08 | 05 | 2019