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„Dabei sein ist unser Recht!“

Kurzfilm des InklusionNetzwerkNeukölln

Abends einen Sprachkurs besuchen, am Wochenende zum Lauftreff gehen, später ins Theater. Was für andere Menschen Freizeit bedeutet, ist für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oft mit Hindernissen verbunden. Barrieren erschweren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Das InklusionNetzwerkNeukölln (INN) wurde vom Unionhilswerk gemeinsam mit der Selbsthilfeorganisation bipolaris e.V. sowie dem Nachbarschaftsheim Neukölln e.V. ins Leben gerufen. Die Ziele: Barrieren zu überwinden und gegen Stigmatisierung zu kämpfen. Das Projekt, das von der Aktion Mensch gefördert wird, ermöglicht es Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, an Freizeitangeboten teilzunehmen, die nicht in Sonderräumen, sondern direkt im Sozialraum stattfinden.

Begleitpersonen gesucht

Um Teilhabe zu verwirklichen, setzt das INN dabei auf die volle Unterstützung von Menschen, die selbst mal in einer Psychiatrie waren oder eine Krise erlebt haben und sich nun ehrenamtlich für ihre Peers engagieren. Die so genannten Begleiter*INNen tun das, was ihr Name nahelegt – sie begleiten zu Freizeitkursen und zu Kulturveranstaltungen, wenn es etwa Angst gibt vor dem Kontakt mit der Außenwelt. Viele Betroffene haben in ihrem Leben bereits Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht. Sie trauen sich deshalb oft gar nicht erst zu Angeboten, die ihnen eigentlich gut tun und die – so zeigt die Arbeit des INN – sie viel stärker machen.

„Für mich war es in erster Linie wichtig, aktiv zu werden, also Sachen zu machen, die nur für mich sind“, sagt Beate Hübner, die nach einer Krise seit zwei Jahren mit Unterstützung einer BegleiterINN zum Sport geht: „Ohne Verabredung würde ich nicht hingehen. Nun habe ich ein verbindliches Date, und das macht Spaß!“

Film zeigt Barrieren – und Teilhabe

Teilhabe ist Menschenrecht. Um Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu ermutigen, sich für ihr Recht einzusetzen, hat das IINN nun einen Kurzfilm produziert. Gemeinsam mit der Erklärfilm-Schmiede Pudelskern hat man sich für die Legetechnik entschieden: Hier werden gezeichnete Szenen von einer Hand vor die Kamera gelegt. Mit dieser modernen, aber sehr simplen Produktionstechnik prägen sich Inhalte schnell und leicht verständlich ein.

So ist ein Film aus Sicht der Betroffenen entstanden, der anhand typischer Szenen schildert, wie Barrieren für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen aussehen können. Die Beispiele, die aus der Praxis stammen, zeigen, wie Barrieren überwunden werden können und wie gesellschaftliche Teilhabe für alle möglich ist.

Der Kurzfilm von zweieinhalb Minuten trägt den Titel „Dabei sein ist unser Recht!“ und hat auf dem Markt der Seelischen Gesundheit auf dem Tempelhofer Feld im August seine Premiere gefeiert. Seither ist er online sowie in sozialen Netzwerken zu sehen – und soll auch im Kino laufen, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Wissenswertes:
Mehr über das InklusionNetzwerkNeukölln und auch den Kurzfilm finden Sie hier

Simon Geils, InklusionNetzwerkNeukölln 

(rs)

Datum, 30 | 01 | 2019