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Berlin gibt kein Geld für Tarifsteigerungen freier Träger der Straffälligen- und Opferhilfe

Angebote für Opfer von Straftaten und zur Resozialisierung Straffälliger nur noch eingeschränkt möglich!

Für Täter und Opfer: Unterstützung nach der Straftat. Foto: Eckhardt Wittig

Im Jahr 2016 müssen soziale Einrichtungen in Berlin ihre wichtigen Beratungsangebote für Opfer von Straftaten und zur Resozialisierung Straffälliger einschränken. Der Grund: Die zu erwartenden Tarifsteigerungen bei den freien Trägern haben im kürzlich verabschiedeten Doppelhaushalt keine Berücksichtigung gefunden – und das, obwohl der Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses den Senat per Auflage aufgefordert hat, die entsprechenden finanziellen Voraussetzungen zu schaffen.

Die daraus resultierenden Einschränkungen bei den Hilfsangeboten für Menschen, die Opfer oder Zeugen von Straftaten geworden sind, können dazu führen, dass akut traumatisierte Menschen nicht mehr zeitnah beraten werden können. Ähnliches gilt für Resozialisierungsangebote freier Träger für Inhaftierte: Hier steht beispielsweise zu befürchten, dass qualifizierte Beratungs-, Betreuungs- und Qualifizierungsangebote in den Haftanstalten nicht mehr in vollem Umfang zur Verfügung gestellt werden können. Angesichts der Tatsache, dass beruflicher Förderung während der Haft erwiesenermaßen Rückfälle in die Kriminalität verhindern, ist dies besonders fatal.   

Betroffen sind 20 zuwendungsgeförderte Projekte in Berlin. Um die Leistungen der freien Träger innerhalb und außerhalb der Haftanstalten und im Rahmen der Opferhilfe in gleichbleibendem Umfang und in dauerhaft hoher Qualität erbringen zu können, sind zusätzliche Mittel von lediglich etwa 250.000 Euro pro Jahr erforderlich.

Seit Jahren leisten die zuwendungsgeförderten Projekte im Bereich Justiz einen wesentlichen Beitrag zur professionellen Unterstützung von Opfern und Zeugen von Straftaten und zur Gewaltprävention in Berlin. Gleichzeitig verringern Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Straffällige die Gefahr, dass ehemals Inhaftierte wieder Straftaten begehen. Das zuwendungsgeförderte Programm „Arbeit statt Strafe“ vermeidet außerdem Haftkosten und führt zu erheblichen Einsparungen im Landeshaushalt. Um die Leistungsfähigkeit der zuwendungsgeförderten Projekte in diesem Bereich weiterhin zu gewährleisten und Einschränkungen zu verhindern, fordert der Paritätische, dass die für die Tarifanpassungen erforderlichen Mittel für freie Träger im Justizvertrag zur Verfügung gestellt werden.


Kontakt:
Irina Meyer
Der Paritätische Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V.
Referentin für Straffälligen- und Opferhilfe, Schuldner- und allgemeine Sozialberatung
Tel: 030-86 001-188
meyer(at)paritaet-berlin.de

Datum, 06 | 01 | 2016