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Auswirkungen der Corona Krise auf die Versorgung und Begleitung von Menschen mit einer Behinderung

Auswertung der Umfrage des Paritätischen LV Berlin

Beispielbild: Pixabay

Im März 2020 waren aufgrund der Corona-Krise die Leistungserbringer der Eingliederungshilfe wie die gesamte Gesellschaft mit einer Situation konfrontiert, die von heute auf morgen eine Reaktion und Veränderungen erfordert hat. Die Leistungen konnten pandemiebedingt nicht mehr so erbracht werden, wie sie von den Teilhabeämtern bewilligt wurden, dennoch mussten die Unterstützungs-leistungen für die Menschen mit Behinderung sichergestellt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelte der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin eine Umfrage, um mehr über die Gestaltung der Angebote für Menschen mit Behinderung unter den geänderten Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie zu erfahren.

Die Corona-Krise hat kreative Lösungen gefordert und ausgelöst, die sich vor allem auf die Form der Angebote beziehen, die in den einzelnen Bereichen angeboten werden. Wichtig waren Lösungen, um alle Beteiligten miteinzubeziehen. Um die Teilhabeleistungen zu gewährleisten, ist die Anzahl aufsuchender mobiler Angebote gestiegen und Termine haben vermehrt an der frischen Luft stattgefunden. Auch digitale Medien wurden für die Sicherstellung der Betreuung eingesetzt. Neben den räumlichen Veränderungen sowie einer Umstellung auf digitale Kontakte, wurden veränderte Tagesstrukturen und Angebote geschaffen.

Mit den neuen Herausforderungen bildeten sich jedoch auch Erwartungen an die Politik heraus, die einerseits die Leistungsberechtigten der Eingliederungshilfe und andererseits die Mitarbeitenden betreffen. Eine Aufforderung an die Politik wäre, sich besser mit den Angeboten der Eingliederungshilfe vertraut zu machen und ein Verständnis für die Leistungsberechtigten und Mitarbeitenden in diesen Bereichen zu entwickeln. Hinzu kommt, dass in der Öffentlichkeit Menschen mit Behinderungen oft hinter andere Risikogruppen zurückfielen. Ihre Bedarfe müssen jedoch Teil der politischen Willensentwicklung sein. Zudem kommt die Verunsicherung und Angst, zu der die Corona-Maßnahmen geführt haben, was sich in einem hohen Unterstützungsbedarf widerspiegelte. Diese Verunsicherungen treffen somit auch die Mitarbeitenden. Eine Lösung für mehr Sicherheit der Mitarbeitenden wäre die Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung, die vom Land Berlin viel zu spät und in zu kleinem Umfang kam sowie eine Einheitlichkeit der Corona-Verordnungen innerhalb Berlins, um einen besseren Ablauf und die Organisation ihrer Arbeit ermöglichen.

Den Mitarbeitenden der Eingliederungshilfe fehlt die Wertschätzung der Politik und eine angemessene Bezahlung sowie fehlende Prämien trotz großer Systemrelevanz. Dies sind Erwartungen, denen die Politik nachkommen könnte und so die Arbeit der Mitarbeitenden bei freien Trägern erleichtern und wertschätzen, aber auch die soziale Arbeit in Berlin verbessern kann. Der Berufsstand soll daher auch nach der Pandemie Teil der Wahrnehmung als systemrelevante Tätigkeit sein und an Bedeutung im politischen Agieren gewinnen.

Die Auswertung der Umfrage finden Sie hier.

Ansprechpartnerin:

Regina Schödl

Referentin Eingliederungshilfe

Telefon: 030 860 01 171
E-Mail: schoedl@paritaet-berlin.de

(nd)

Datum, 30 | 09 | 2020