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45 Jahre Synanon

Kategorie: Aktuelles, Sucht

Berlins erfolgreichste Suchtselbsthilfe feiert Jubiläum

Jubiläumsfeier am 2. Juni; Foto: Anne Jeglinski

Die Suchtselbsthilfe Synanon feierte am 2. Juni 2016 ihr 45-jähriges Bestehen. Ehrengast  und Festredner der Veranstaltung war der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sowie die  Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. Ebenfalls mit einem Redebeitrag vertreten waren die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Prof. Barbara John, und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen. Beide sind seit mehr als 10 Jahren schon Mitglied im Kuratorium der Stiftung Synanon und der Suchtselbsthilfe sehr eng verbunden.

1971 als kleiner Verein gegründet, hat Synanon sich in den darauffolgenden Jahrzenten schnell als feste Größe in der Berliner Suchthilfelandschaft etabliert. Das einzigartige Modell der stationären Suchtselbsthilfe mit der einmaligen „Aufnahme sofort!“ – Tag und Nacht, ohne Warteliste und Kostenzusage – ist nach wie vor ein wichtiger Baustein im Berliner Suchthilfesystem und darüber hinaus. Rund 28.000 Menschen haben seit der Gründung Synanons dort Hilfe und Zuflucht gefunden. Für viele hat dort ihr Weg aus der Sucht in ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben ohne Drogen begonnen.

Synanon bietet mit seinen Zweckbetrieben und seinen Verwaltungsbereichen  ideale Voraussetzungen für seine Bewohner, sich im Leben neu zu orientieren und sich auf ein suchtmittelfreies Leben danach vorzubereiten. Arbeitsmarktnahe Beschäftigung, Ausbildung und Führerschein ebnen den Weg dafür.

Auch wenn Synanon sich im Kern immer treu geblieben ist – die drei Regeln „keine Drogen, keine Gewalt und kein Tabak“ blieben immer unangetastet – ist es auch mit der Zeit gegangen und hat aktuelle Entwicklungen berücksichtigt. Der Facebook-Auftritt dokumentiert das sehr anschaulich.
So können inzwischen Substituierte, die an ihrem Leben noch einmal etwas ändern wollen, direkt zu Synanon kommen und werden dort über einen externen Arzt abdosiert. Auch abstinente Suchtkranke, die in anderen Einrichtungen nüchtern geworden sind, können in den Zweckbetrieben der Stiftung in einem cleanen Umfeld sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden.

Mit ihrem Umzug aus der hektischen Innenstadt auf das Gut Malchow im Bezirk Lichtenberg hat die Stiftung Synanon sich gemeinsamen Standort für seine Bewohner, Zweckbetriebe und Verwaltung  geschaffen, an dem sie ihr einmaliges Konzept auch in den nächsten 45 Jahren weiter umsetzen kann.

Ein Höhepunkt der Festveranstaltung „45 Jahre Synanon“ war die Einweihung des „Energiespeichers“: Die ehemalige Brennerei auf Gut Malchow wurde mit viel Eigenleistung und zum Teil aus Fördermitteln des Denkmalschutzes umgebaut und beherbergt nun Küche und Speiseräume für die Bewohner Synanons sowie multifunktionale Gemeinschaftsräume im Obergeschoss. Ein Teil der Küche wurde von der Spendenaktion des Tagesspiegel e.V. „Menschen helfen!“ gespendet.

 


Einweihung des Energiespeichers; Foto: Stiftung Synanon


Datum, 06 | 06 | 2016