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„Unmittelbar Herz und Sinne erreichen“

Fünf Fragen an Giorgio Madia, Musiktheater-Regisseur und Choreograph

Giorgio Madia, Foto: Taavi Kull

Giorgio Madia, Foto: Taavi Kull

An der Ballettschule der Mailänder Scala ausgebildet, begann Giorgio Madia seine Laufbahn als klassischer Tänzer an der Mailänder Scala. Seit 2006 führt er Regie für Oper, Operette und Musical. Inszenierungs- und Choreographie-Aufträge führten ihn mehrfach zum Staatsballett Berlin, an die Kammeroper Wien und zum Wiener Staatsballett. Seine pädagogische Arbeit widmete sich nicht nur professionellen Tänzern sowie Ballett- und Theater-Studenten, sondern auch Kindern im Rahmen des Education-Programms beim Staatsballett Berlin. Die Fragen stellte Nina Peretz.

Herr Madia, Sie machen dieses Jahr nun zum zweiten Mal das künstlerische Konzept und führen Regie bei der Parieté-Gala. Was hat sie an diesem Projekt gereizt, was motiviert Sie, es weiter zu begleiten?

Ich suche immer nach mehr magischen und unerwarteten Momenten, die sich erschaffen lassen. Mein Ziel, solange ich Theater mache, ist eine Kunstform ohne Etiketten, die alle Sinne berührt, unter die Haut geht und unmittelbar das Herz erreicht. Das ist Parieté!

Wie unterscheidet sich die Parieté-Gala in der Vorbereitung und Durchführung von Ihren anderen großen Projekten?

Eine normale Show wird konzipiert, um in erster Linie dem Publikum ein besonderes Erlebnis zu verschaffen. Bei der Parieté-Gala gilt das gleichermaßen auch für alle Mitwirkenden.

Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung stehen gleichberechtigt gemeinsam auf der Bühne – sendet Kultur hier auch eine politische Botschaft?

Künstler zu sein heißt, etwas Besonderes zu sein. Allzu oft ziehen wir viele Künstler und besondere Menschen gar nicht erst in Betracht, obwohl sie etwas Besonderes zu geben haben und einen Beitrag dazu leisten, gewohnte Unterscheidungen unbrauchbar zu machen.

Sind Ihrer Meinung nach Kunst und Kultur dafür geeignet, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen? Vereinfacht gesagt: Wenn Inklusion auf der Bühne und vor der Kamera funktioniert, kann das auch in der Gesellschaft etwas bewirken?

Bewusstsein will praktiziert, aber auch verbreitet werden. Je strahlender die Kommunikation ist, desto mehr Bewusstsein entfaltet sich, und öffnet so die Begrenzungen der Minderheiten.

Wenn sich nachts am 9. September der Vorhang schließt – welches Gefühl, welcher Gedanke soll bei den Zuschauern zurückbleiben?

Freude!

Worauf freuen Sie sich besonders bei der Gala am 9. September?

Auf neue Begegnungen.

giorgiomadia.com

(rs)

Datum, 18 | 07 | 2016