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  • Veröffentlichungsdatum 25.05.2022

Paritätischer Jahresempfang 2022 – „Verständigung, Austausch, Zugehörigkeit“

Prof. Barbara John am Rednerpult beim Jahresempfang am 24.5.2022
Prof. Barbara John beim Jahresempfang am 24.5.2022 © Holger Groß / Paritätischer Berlin

Im Tipi am Kanzleramt feierte der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin am 24. Mai 2022 seinen Jahresempfang. Einen Jahresempfang, bei dem sich Mitglieder und Gäste wieder persönlich begegnen konnten. Das hatte es zuletzt 2019 gegeben. Gefeiert wurde auch der Abschied einer außergewöhnlichen Frau: Prof. Barbara John, die seit 2003, also 19 Jahre, den Verband geleitet hat, hört als Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Berlin auf. Sie war „ein echter Glücksfall für die Parität“, wie es ihr gewählter Nachfolger Stefan Dominik Peter ausdrückte. Die Wahlen für den neuen Vorsitz und den Vorstand hatten diesmal per Briefwahl stattgefunden. Das Ergebnis wurde auf dem Jahresempfang bekanntgegeben.

Neben Mitgliedern der rund 300 Berliner Paritätischen Organisationen waren zahlreiche Gäste gekommen, unter ihnen die Bundestagspräsidentin a.D. Prof. Dr. Rita Süssmuth, der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, die Berliner Sozialsenatorin Katja Kipping, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, der Vorstandsvorsitzende des Brandenburger Paritätischen Landesverbands Andreas Kaczynski und vom Gesamtverband Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider und Vorsitzender Prof. Rolf Rosenbrock.

Für einen stimmungsvollen und abwechslungsreichen musikalischen Rahmen sorgten das Quartett aus dem Utopia Orchester des Vereins KulturLeben Berlin – dem bundesweit ersten und einzigen Sinfonieorchester, in dem Musiker mit und ohne Behinderung zusammen spielen –, die integrative  Trommelgruppe des berliner STARThilfe e.V. „Die Grünen Bananen“ und die beiden jungen Harfenistinnen und Jugend-Musiziert-Preisträgerinnen Emilia Canarius und Annika Watzel.

Prof. Rita Süssmuth hielt die Laudatio auf Barbara John. In den Mittelpunkt stellte sie den „etwas holprigen aber unverzichtbaren“ Begriff „Integration“, als dessen Grundlage meistens das Erlernen der Sprache verstanden werde. Doch für Barbara John, die Erziehungswissenschaftlerin, Grundschullehrerin und Diplompolitologin, sei Sprache eben nicht einfach Vokabellernen gewesen. Sie habe gewusst: Sprache ist Verständigung, ist Austausch. “Wenn man den ganzen Tag vor sich hinmurmele, habe das wenig mit Sprache zu tun.  Denn bei Sprache gehe es um die Kontaktaufnahme mit einem anderen Menschen. Durch dieses Verständnis habe Barbara John Menschen Zugänge ermöglicht. Sie habe „Zugehörigkeit aufgebaut“ von Menschen, die mit dem Wort „Ausländer“ eher ausgegrenzt worden seien. „Und das ist es, was heute zählt.“

„Für mich bist du ein Vorbild“, schloss Prof. Rita Süssmuth ihre Laudatio.
Auch das langjährige Paritätische Vorstandsmitglied Dr. Ellis Huber und Raed Saleh hielten Festreden und hoben Barbara Johns Mut, ihre Beharrlichkeit, ihren Pragmatismus, ihre Bescheidenheit und vor allen Dingen ihre Zugewandtheit und menschliche Wärme hervor.

Prof. Barbara John wird dem Paritätischen als Ehrenvorsitzende erhalten bleiben. Dem neuen Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden Stefan Dominik Peter, die wiedergewählten Birgit Angermann von die reha e. V., Ute Hiller von der Berliner Aids Hilfe, Gabriele Geißler vom Kiek In e. V., Dr. Ellis Huber sowie Malte Andersch vom LV Selbsthilfe Berlin an, neu gewählt wurden zudem Aynur Toraman von Vielfalt e. V., Sibylle Schreiber von pro familia e. V. und  Christine Huinink von der Outlaw gGmbH.


Martin Thoma