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Land Berlin streicht Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen ab 2014

Berlin, 30.10.2013: Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin protestiert aufs Stärkste gegen Standortstreichungen von Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen ab Januar 2014. Die betroffenen Bezirke sind darüber am 30. Oktober 2013 informiert worden. Damit entfallen in sieben Berliner Bezirken insgesamt 19 Stellen von Jugendsozialarbeit. 2015 sollen weitere Standortstreichungen folgen.

Der Paritätische fordert das Land Berlin auf unverzüglich diese Streichungen zurückzunehmen und die dafür notwendigen Mittel in den Haushalt 2014 / 2015 einzustellen. Das Abgeordnetenhaus ist aufgefordert, den Haushalt entsprechend zu korrigieren.

Das Land Berlin, die Bezirke und die Verbände haben sich bisher kontinuierlich für einen Auf- und Ausbau einer verlässlichen Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen stark gemacht. Im Projektbericht Kooperation Schule und Jugendhilfe, der im Oktober 2010 dem Abgeordnetenhaus vorgelegt wurde, waren sich alle beteiligten Akteure aus Politik, Verwaltung und Praxis einig: Jede Berliner Schule soll Sozialarbeit erhalten. Seit 2006 wurde dieses Ziel mit dem Landesprogramm Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen kontinuierlich verfolgt. Von rund 700 Schulen profitieren mittlerweile insgesamt 253 Berliner Schulen von diesem Programm.

Fachlich unvertretbar wird jetzt genau an dem Programm gestrichen, welches bislang in Berlin einmalige Standards gesetzt hat: Aufbau einer qualitativen guten Zusammenarbeit von Lehrern und Sozialarbeitern sowie Sicherheit für Schulen, Schüler und Eltern auf ein verlässliches Angebot, um gemeinsame Entwicklungsarbeit vor Ort zu ermöglichen. Diese Gewissheit wird jetzt leichtfertig verspielt.

Politisch wird in Berlin die "Inklusive Schule" verkündet. Schulsozialarbeit ist auch hierbei der  bedeutende sozialpädagogische Partner. Sozialarbeiter geben Schüler und Schülerinnen Rückhalt bei familiären Problemen, schlichten Konflikte, unterstützen die Jugendlichen bei der Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz, organisieren gemeinschaftliche Unternehmungen in und außerhalb der Schule, bauen auf, wenn die Lernmotivation im Keller ist und helfen Schulabbrüche zu vermeiden.

Gebraucht wird ein landesweit vereinbarter und im Haushalt festgeschriebener Konsens über verlässliche Jugendsozialarbeit an allen Berliner Schulen.  Noch ist der Haushalt für 2014/2015 nicht beschlossen.

Der Paritätische Berlin fordert die Politiker und Politikerinnen des Landes Berlin deshalb auf für die Sicherung der bisherigen Standorte Sorge zu tragen und einen Stufenplan zu vereinbaren, um alle Schulen spätestens bis 2017 verlässlich mit Jugendsozialarbeit auszustatten.

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Verantwortlich: Elvira Kriebel, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin
Tel.: 030 86001 166, Mobil: 0151 50002226
E-Mail: Kriebel(at)paritaet-berlin.de

Datum, 30 | 10 | 2013