Gartenarbeit in einer Flüchtlingsunterkunft des ASB, Foto: Anne Jeglinski In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma

Durch Arbeit wieder auf eigenen Beinen stehen

Kategorie: Migration, Flüchtlingsarbeit, Migration, Aus dem Verband

Hassan J. hat durch Work for Refugees eine Ausbildung gefunden

Eine Bäcker-Ausbildung als Chance für den Neuanfang; Foto: Oleksandra Churay

Die Integration geflüchteter Menschen ist aktuell eines der herausforderndsten Themen in Berlin. Eine Arbeit zu haben, schafft nicht nur Selbstbewusstsein, weil es unabhängig von staatlichen Leistungen macht, mit der Aufnahme einer Arbeit werden auch soziale Kontakte geknüpft und die Sprache besser gelernt.

Hassan J. konnte das selbst erleben: Als der 29-jährige Syrer im Dezember 2016 ein Praktikum bei der Bäckerei Weichardt Brot GmbH und nach drei Monaten eine Ausbildung zum Bäcker begann, waren seine Kommunikations- und Sprachhindernisse noch deutlich ausgeprägt. Innerhalb eines Jahres konnte Hassan aber seine Deutschkenntnisse so verbessern, dass er sich nun sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule sicher und orientiert fühlt. Gerade der Unterricht in der Berufsschule ist für Nicht-Muttersprachler eine große Hürde bei der Ausbildung. Die bereits rund 100 Willkommensklassen an den beruflichen Schulen werden dringend benötigt, ebenso wie zusätzliche Unterrichtsangebote in den Berufsschulen.

Hassan freut sich auf die neue berufliche Perspektive und auf die Chance, seine vorhandenen Erfahrungen als Backwarenhersteller in Syrien in einem neuen Land sinnvoll anzuwenden. Kurz nachdem er Anfang 2015 nach Deutschland kam, wurde er als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt. Somit erhielt er eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre und darf fünf Jahren nach dem Asylantrag eine Niederlassungserlaubnis in Deutschland beantragen. Alle seine Verwandten sind in Syrien geblieben. Ihr Alter machte es ihnen unmöglich, den langen Weg auf sich zu nehmen. Nichtdestotrotz fühlt sich Hassan in Deutschland wohl: Er hat hier viele Freunde gefunden und wohnt mit seiner deutschen Partnerin zusammen. Sie war es, die ihn im Juni 2016 auf der Webseite von Work for Refugees als Ausbildungssuchender registriert hat. Im September 2016 wurde sein Profil für die Vakanz bei Weichardt Brot GmbH vorgestellt.

Das Projekt Work for Refugees des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin und der Stiftung Zukunft Berlin vermittelt Flüchtlinge in Arbeits- und Ausbildungsplätze. Allein im Jahr 2017 konnte das Projekt über 120 Geflüchtete vermitteln und hat darüber hinaus hunderte Bewerbungsgespräche ermöglicht. Die vom Projekt organisierten Jobbörsen haben insgesamt 4500 Arbeitssuchende besucht.

Seit dem Projektstart im Oktober 2015 konnten mehr als 210 Geflüchtete vermittelt werden. Der Paritätische Berlin möchte Menschen wie Hassan konkret dabei unterstützen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst eine Existenz aufbauen zu können. 

Text: Oleksandra Churay

Mehr unter: www.work-for-refugees.de

(vb)

Datum, 19 | 03 | 2018