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Paritätische Positionen zur Berlin-Wahl 2026

Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft: Gemeinsam für eine funktionierende Stadt

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Zivilgesellschaftliche Akteure und Akteurinnen wie freie gemeinnützige Organisationen und Vereine sind unersetzlich, damit Kinder in der Kita betreut werden, Menschen mit Behinderungen aktiv sein können oder alte und kranke Menschen gut versorgt werden. Auch die unsichere Weltlage und der Klimawandel haben Auswirkungen auf die Menschen in Berlin. Um die zunehmenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir ein gemeinsames Planen und Handeln von Zivilgesellschaft, Politik, Senats- und Bezirksverwaltungen sowie staatlichen Behörden. Wir fordern eine Sozialplanung für ganz Berlin. Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr Verlässlichkeit, gegenseitiges Vertrauen und Augenhöhe, um konkrete Lösungen umzusetzen. Wir alle sind Partner mit dem gleichen Ziel: ein soziales, sicheres und zukunftsfähiges Berlin für alle.

Wir merken es in unserem Alltag: Die Stadt ächzt unter den Herausforderungen: mehr Menschen, mehr Armut, Behördenpingpong und eine marode Infrastruktur machen uns allen das Leben schwer. Wir brauchen eine Stadt, die auch in Zeiten großer Herausforderungen gut und sicher für alle Menschen funktioniert. Wir brauchen Zusammenarbeit auf allen Ebenen und kein Denken in Schubladen. Wir fordern eine gesamtstädtische Sozial- und Gesundheitsplanung für Berlin, damit wir wissen, wo Hilfe nötig ist und wie wir die Mittel effizient einsetzen. So sollen zum Beispiel Alkohol- und Medikamentenberatungsstellen genauso wie die Sucht- und Drogenhilfe berlinweit gesteuert werden, damit es genügend Ressourcen an den sozialen Brennpunkten gibt.

Wir fordern Wertschätzung, Verlässlichkeit und Transparenz im Umgang mit gemeinnützigen Organisationen und ihren Mitarbeitenden. Versprochene Tariferhöhungen müssen auch refinanziert und Zusagen für die Weiterführung von sozialen Projekten eingehalten und zeitnah umgesetzt werden. Denn wir, die Träger der freien Wohlfahrtspflege, sind keine Bittsteller: Gemeinnützige Organisationen sichern das soziale Berlin. Statt mehr Kontrolle brauchen wir Vertrauen und Zusammenarbeit. Das neue Leistungs- und Vergütungssystem in der Eingliederungshilfe, also dort, wo Menschen mit Beeinträchtigungen unterstützt und betreut werden, ist ein schlechtes Beispiel dafür. Der Aufwand für Dokumentation und Controlling ist dadurch gestiegen, es bleibt weniger Zeit für die Menschen, die Hilfe brauchen. Wir fordern die Einführung von Budgets für Leistungserbringer, damit sie ihre Klientinnen und Klienten flexibel betreuen können. Wir brauchen die Zusammenarbeit der Behörden auf allen Ebenen, zum Beispiel ganz konkret in den Bezirken, wenn es um die Hilfe für obdachlose und psychisch kranke Menschen geht. Wir fordern, dass Jobcenter und Sozialämter besser zusammenarbeiten und dadurch arme Menschen schneller unterstützt werden können. Wir brauchen mehr Kooperation statt ein Neben- und Gegeneinander.

Wir müssen behördliche Prozesse einfacher gestalten und gemeinsam Wege finden, wie wir Berlin angesichts von Klimawandel, wachsender Armut und einer älter werdenden Gesellschaft stärken können. Unser Ziel ist ein soziales und sicheres Berlin für alle.