Wohnen muss für alle bezahlbar sein
Besonders für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen wird es immer schwerer, in Berlin eine Wohnung zu finden. Die Zahl von obdach- und wohnungslosen Menschen steigt. Wir setzen uns dafür ein, dass für alle Menschen in Berlin Wohnen zu fairen Konditionen jetzt und in Zukunft möglich ist, unabhängig von Geldbeutel, Herkunft oder Alter. Wir fordern bezahlbares Wohnen für alle.
Wir setzen uns dafür ein, dass Wohnen für alle Menschen bezahlbar bleibt. Dafür brauchen wir in ganz Berlin wirksame Regeln gegen zu hohe Mieten. Bestehende Nachbarschaften sollen geschützt werden (Milieuschutz). Beim Bauen und Vermieten sollen Menschen wichtiger sein als Gewinne. Wohnungen sollen zum Nutzen aller Menschen da sein.
Auch für soziale Organisationen wird es immer schwieriger, geeignete Räume für ihre Angebote zu finden. Steigende Mieten und geringe Verfügbarkeit führen dazu, dass viele Projekte ihre Arbeit einschränken, umziehen oder sogar schließen müssen. Das schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und beeinträchtigt das soziale Leben in unserer Stadt. Damit soziale Angebote Menschen unterstützen können, brauchen sie bezahlbare Räume. Um das abzusichern, fordern wir, die Zivilgesellschaft, also freie gemeinnützige Träger, Bürgerinitiativen und Verbände unter anderem von Anfang an in die Planung neuer Bauvorhaben einzubeziehen und Kontingente in Neubauprojekten für soziale Organisationen festzulegen. Wir schlagen außerdem vor, die Mehrfachnutzung bestehender und neuer Räume, zum Beispiel in Kitas, Schulen oder Büros, noch umfassender und schneller zu ermöglichen.
Für besonders gefährdete, schutzbedürftige Gruppen wie Alleinerziehende oder Frauen, die Gewalt erfahren haben, brauchen wir mehr bezahlbare Wohnungen. Für Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung in einer stationären Einrichtung behandelt wurden, oder Menschen, die ihre Freiheitsstrafe verbüßt haben, brauchen wir ein besseres Übergangsmanagement, damit sie nicht in die Obdachlosigkeit entlassen werden. Das Gleiche gilt für Jugendliche, die in Einrichtungen der Jugendhilfe betreut werden. Auch sie brauchen dringend Wohnungen, wenn sie mit der Volljährigkeit diese Einrichtungen verlassen müssen. Es ist ein Skandal, dass viele dieser Jugendlichen aktuell in Obdachlosenunterkünften untergebracht sind.
Wir halten die aktuelle Unterbringung von Geflüchteten, darunter viele Kinder und Familien, in Massenunterkünften für falsch. Das fördert Abschottung und verhindert sowohl Bildung als auch Integration. Eine bessere Strategie wäre der Bau sogenannter Mobiler Unterkünfte (MUFs), die später auch als Wohnungen, zum Beispiel für Studierende, genutzt werden könnten. Den Ansatz, Pflegeheime oder Pflege-WGs zum Beispiel für Studierende oder Auszubildende zu öffnen, wenn dort Zimmer zur Verfügung stehen, unterstützen wir. Denn beide Seiten profitieren von der Gemeinschaft.
Wir setzen uns für mehr Flexibilät und Weitsicht in der Stadtentwicklung ein: für eine inklusive, ganzheitliche und ressortübergreifende Stadtplanung. Dabei arbeiten wir mit anderen Organisationen und Bündnissen wie dem Berliner Mieterverein, dem Bündnis für Neubau und bezahlbare Mieten (Wohnungswirtschaft: BBU, Haus und Grund, landeseigene Wohnungsunternehmen) oder dem Bündnis Wohnungsnot stoppen zusammen.