Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

„Ich tanke nicht – Kein Alkohol unterwegs!“ Berlin aktiv dabei in der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2017

Kategorie: Aus dem Verband, Pressemeldungen, Sucht, Veranstaltung

Gemeinsame Presseinformation der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin und der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin

Fahrradsattelschoner mit Aufschrift "Ich tanke nicht"

Der Fahrradsattelbezug trägt die Botschaft: „Ich tanke nicht.“ Natürlich nicht. Ein Fahrrad fährt schließlich ohne Sprit. Verteilt werden die Bezüge nicht auf einer Fahrrad- oder Umweltmesse, sondern im Rahmen der diesjährigen Berliner Aktionswoche Alkohol.

Etwa 1,61 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland trinken missbräuchlich Alkohol. Sie nehmen körperliche, psychische und soziale Folgen in Kauf. Männer trinken durchschnittlich deutlich mehr als Frauen. Auch im Straßenverkehr kann Alkoholkonsum negative Folgen haben - das Statistische Bundesamt registrierte im Jahr 2014 15.612 Unfälle, bei denen zumindest einer der Beteiligten unter Alkoholeinfluss stand. Dabei wurden 260 Menschen getötet.

Um auf diese Risiken hinzuweisen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu werben, setzt die diesjährige Aktionswoche einen Schwerpunkt auf das Thema „Alkohol im Straßenverkehr“ und Berlin thematisiert den immer beliebter werdenden Fahrradverkehr, für den aktuell sogar Schnellstraßen diskutiert werden.

„Bei Alkohol gilt: Weniger ist besser! Und im Straßenverkehr am besten gar nichts“, so Gesundheitssenatorin Dilek Kolat. „Deshalb unterstütze ich die Aktion der Fachstelle für Suchtprävention.“

Zentrale Aktion „Ich tanke nicht! Kein Alkohol unterwegs“
Radfahrer*innen erhalten gratis Fahrradsattel-Bezüge!
Mittwoch, 17. Mai 2017, 9.30 Uhr
Potsdamer Platz, Historische Ampel, Kreuzung Potsdamer Straße/Ebertstraße, 10785 Berlin

Teilnehmende der Presseveranstaltung:

Dilek Kolat, Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin

Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Fachstelle für Suchtprävention Berlin

Veranstaltet wird diese Aktion vom Landesprogramm zur Suchtprävention „Na klar – unabhängig bleiben!“. Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, unterstützt die Aktion: „Die Sattelbezüge sind zum einen richtig praktisch und zum anderen erinnern sie einen daran, auch beim Fahrradfahren auf den eigenen Alkoholkonsum zu achten.“

Und Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Fachstelle für Suchtprävention Berlin betont: „Wir befördern mit dieser Aktion das Bewusstsein dafür, dass auch Fahrradfahrer*innen, genau wie Autofahrer*innen – durch Alkoholkonsum sich und andere gefährden können. Es braucht eine Kultur der Verantwortung – auch im Straßenverkehr!“

Die andere große Berliner Aktion bringt die Prävention dorthin, wo Menschen im Alltag unterwegs sind, in den Supermarkt: Das Einzelhandelsunternehmen Edeka wirbt auf Einkaufstüten mit der Botschaft „Damit sie groß und stark werden! Kein Alkohol für Kinder und Jugendliche.“ Darüber hinaus finden in Berlin sowohl berlinweit als auch in den Bezirken zahlreiche weitere Veranstaltungen statt, u.a. Informationsstände auf der Internationalen Gartenausstellung IGA, auf öffentlichen Plätzen vor Fahrradläden und Bahnhöfen, in Einkaufscentern, eine Clubmission-Aktion Berlin, Veranstaltungen in Familien- und Jugendzentren, eine Lesung und eine Fotoausstellung.
 „Na klar – unabhängig bleiben!“ ist ein Bündnis der Berliner Bezirke, der Senatsverwaltungen für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie Bildung, Jugend und Familie, der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, HaLT Berlin und der Landesstelle für Suchtfragen e.V. Unterstützt wird das Landesprogramm von der Polizei Berlin, dem Berliner Fußball-Verband und dem Handelsverband Berlin-Brandenburg.

Pressekontakte:

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Christoph Lang
Pressesprecher
Tel. 030 - 9028-2853
E-Mail: pressestelle(at)sengpg.berlin.de

Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin
Kathrin Zauter
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 – 86001 175
Email: zauter(at)paritaet-berlin.de

Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin
Kerstin Jüngling
Geschäftsführung
Tel: 030 – 29 35 26 15
Mobil: 0162 – 909 13 92
E-Mail: info(at)berlin-suchtpraevention.de


Einige Zahlen und Fakten zu Alkohol:
135,5 Liter pro Kopf
Im Jahr 2015 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken in der Bundesrepublik 135,5 Liter. Das entspricht 9,6 Liter reinem Alkohol.
96,4 Prozent trinken Alkohol
96,4 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahren trinkt Alkohol.
1,77 Millionen sind alkoholabhängig
Rund 1,77 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind alkoholabhängig.
74.000 Todesfälle jährlich
Schätzungen für Deutschland belaufen sich auf etwa 74.000 Todesfälle, die durch riskanten Alkoholkonsum oder durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak verursacht werden.
40 Milliarden € Krankheitskosten
Die direkten und indirekten Kosten alkoholbedingter Krankheiten werden pro Jahr auf 40 Milliarden Euro geschätzt.
Alkohol wird relativ immer billiger
Nach aktuellen Analysen für Deutschland sind innerhalb der letzten 40 Jahre alkoholische Getränke im Vergleich zur sonstigen Lebenshaltung um 30 Prozent billiger geworden. Dabei sanken die Verbraucherpreise für Wein um 38 Prozent, für Spirituosen um 33 Prozent und für Bier um 26 Prozent.
3,191 Milliarden € staatliche Einnahmen
Im Jahr 2015 betrugen die staatlichen Einnahmen aus Bier-, Schaumwein- und Spirituosensteuer 3,191 Milliarden Euro. Auf Wein wird in Deutschland keine Steuer erhoben.
Alkohol und Fahrradfahren
Autofahrer*innen mit einem Blutalkoholwert ab 1,1 Promille droht Fahrverbot und Führerscheinentzug sowie Punkte in Flensburg. Bei Fahrradfahrer*innen liegt diese Grenze mit 1,6 Promille deutlich höher. Aktuell wird in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert, ob dies so beibehalten werden soll oder ob die Promillegrenze bei Fahrradfahrer*innen abgesenkt werden sollte.
Quellen: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Jahrbuch Sucht 2017

(rs)

Datum, 15 | 05 | 2017