Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Was macht eine Konsultationskita?

Sie ist spezialisiert, berät Fachbesucher und setzt damit ein Qualitätskriterium des Berliner Bildungsprogramms um. Ein Besuch bei Ina.Kinder.Garten Prenzlauer Berg

Symbolbild: Malfarben, Foto: PixabayDas Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege ist die Grundlage der Arbeit aller Berliner Kitas. Es bietet einen verbindlichen, wissenschaftlich begründeten und fachlich erprobten Orientierungsrahmen für die Erzieherinnen und Erzieher. 

Eine besondere Rolle im Berliner Bildungsprogramm spielen Konsultationskitas. Sie bieten  Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit eines fachorientierten Erfahrungsaustauschs zu verschiedenen Schwerpunkten in ihrer Arbeit mit dem Berliner Bildungsprogramm an. Die Angebote reichen vom Kitarundgang mit anschließendem Fachgespräch für Besuchergruppen, über die Möglichkeit der Hospitation für einzelne Besucherinnen und Besucher, bis hin zur fachlichen Beratung in kleinen Runden.

Die Kita Prenzlauer Berg des Trägers Ina.Kinder.Garten gehört zum Kreis der Konsultationskitas des Landes Berlin. Sie ist spezialisiert auf kulturelle Bildung. 

Papprollen und Farbtuben

Beim Rundgang durch die Kita warten Werke der Kinder in jedem Flur, hinter jeder Ecke: Collagen aus Hand- und Fußabdrücken, glitzerndes Silvesterfeuerwerk auf schwarzem Papier, natürlich auch klassische Buntstiftbilder. Spätestens im Atelier wird klar, wie ernst die Kita ihren Schwerpunkt nimmt. Großzügige, abstrakte Bilder trocknen auf den Tischen; an einer Wand hängt eine Auswahl an Werkzeug. Turmhohe Regale halten Material parat und zeigen per Ampelsystem, was man alleine oder nur in Begleitung nehmen darf – von Korken und Papprollen über Wasserfarben bis zu Farbtuben für die Profis. Im Atelier trifft man die zuständige Pädagogin. Dank ihr ist das Atelier lebendig und kein toter Raum, der nur ab und an genutzt wird. 

Vor- und Nachbereitung für Andere

Als Fachkraft für kulturelle Bildung organisiert die Pädagogin die kreative Arbeit und ist dafür von der Gruppenarbeit freigestellt. In der Mittagszeit etwa begleitet sie Kinder, die von sich aus ins Atelier kommen, sonst betreut sie die Gruppen bei ihren regelmäßigen Kunststunden. „Durch die Freiheit, mit der sie hier kreative Erfahrungen machen, durch den Kontakt mit Farbe und Material blühen viele Kinder regelrecht auf“, berichtet sie. Beobachten könne man das schon in der Nestgruppe, für deren Besuche der Boden mit einer Plane abgeklebt wird. Indem sie die oftmals aufwändige Vor- und Nachbereitung übernimmt, entlastet die Pädagogin die anderen Erzieherinnen und Erzieher. „Im Sommer bin ich auch viel draußen mit den Kindern, man findet ja quasi überall Inspiration.“

Umgebung inspiriert zu Projekten

Eine Quelle dafür steht der Kita sogar direkt gegenüber: „Weil die Kinder jeden Tag diese riesigen Plattenbauten sehen, wollen wir vielleicht mal ein Architekturprojekt machen“, sagt sie.  Als Teil eines typischen Ostberliner Ensembles wurde die Kita 1974 erbaut, 2005 ist sie zu Ina.Kinder.Garten gewechselt. Knapp 200 Kinder und derzeit 32 Pädagoginnen und Pädagogen beherbergt das große zweiteilige Haus. 

Musik- und Theaterarbeit

Ensembles ganz anderer Art trifft man in den weiteren Kreativräumen der Kita. Hinter einer bemalten Glastür tutet und trommelt es, zwei Musikpädagogen „jammen“ gerade mit einem Dutzend Kinder. Ein paar Schritte weiter steht man vor einer hübschen, hölzernen Theaterbühne. Für das Projekt TUKI kommen Schauspieler in die Kita und inszenieren mit den Kindern ein kleines Stück. Oft sind Märchen der Ausgangspunkt. Die Aufführungen sind nicht das Ziel. Eigentlich geht es um den Weg dorthin. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass so ein schöner Schlusspunkt für die Kinder wichtig ist. Angelegt ist das Projekt auf fünf Jahre, um auch in diesem Bildungsbereich Kompetenz aufzubauen.

Pädagogische Fachkräfte informieren sich

Da das Haus Konsultationskita ist, besuchen Gruppen aus Hoch- und Fachschulen, anderen Einrichtungen oder von der Senatsverwaltung für etwa zwei Stunden die Kita, machen einen Rundgang und tauschen sich bei einem Reflexionsgespräch aus. Dadurch wird das Haus unter Fachkräften bekannt und Interessierte bewerben sich gezielt – ein sehr positiver Nebeneffekt in Zeiten knappen Personals.

Nachhaltig lernen durch den Ökokreislauf

Ein besonderes Projekt sind die Färbergärten, eine Ansammlung von Hochbeeten, in denen natürlich färbende Pflanzen wachsen. Hierbei zeigt sich, wie in der frühkindlichen Bildungsarbeit viele Bildungsbereiche miteinander verbunden sind: Pflanzen, das Wachstum beobachten, pflegen, ernten, verarbeiten. Auch wenn die Beete derzeit in den Winterschlaf übergehen – der nächste Frühling kommt und die Gärten warten nur darauf, dass Natur und Kinder ihn wieder zur Farbe erwecken.

Annette Hautumm, Ina.Kinder.Garten gGmbH, und Sabine Radtke, Referat Kinder und Kindertagesstätten beim Paritätischen Berlin


Informationen zu Konsultationskitas des Landes Berlin finden Sie auf der Internetseite:
konsultationskitas.de

Mehr über den Träger Ina.Kinder.Garten finden Sie auf der Internetseite: 
www.inakindergarten.de

(aw)

Datum, 08 | 02 | 2019