Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

„Salon Sozialer Träger“

Bericht über das Treffen am 23. Oktober im neuen Inklusiven Haus in Lichterfelde

Beim Salon Sozialer Träger am 23. Oktober 2019, Foto: Martin Thoma

Beim Salon Sozialer Träger am 23. Oktober 2019, Foto: Martin Thoma

Die Paritätische Veranstaltungsreihe „Gutes Wohnen für alle – Soziale Träger als Partner der Wohnwirtschaft“ beschäftigte sich in ihrer dritten Ausgabe 2019 mit inklusivem Wohnen am ganz konkreten Beispiel: dem neuen Inklusiven Haus in der Boothstraße Nummer 17 in Lichterfelde. Die Teilnehmenden kamen im Gemeinschaftssaal von Haus 2 zusammen.

Regina Schödl, Fachreferentin für Eingliederungshilfe des Paritätischen Berlin, begrüßte die Besucher. Maud Materson und Ulrike Klotz von der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH stellten das Projekt vor. Vorbild war ein ähnliches Haus in Hamburg, in dem Studierende und junge Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung zusammenleben. Ursprünglich wollte Pfefferwerk ein Haus in Pankow bauen, doch dann kam das Angebot der zwei Häuser in der Boothstraße. Alles ging sehr schnell: Im Juni letzten Jahres der Hauskauf, am 1. Februar zog der erste Student ein. Heute wohnen Studierende, junge Menschen aus Jugendhilfeeinrichtungen, die nachbetreut werden, und Menschen mit Beeinträchtigungen gemeinsam in den WGs. Es gibt Gemeinschaftstreffen, einen Bewohnerrat, Feiern. Behinderung, stellt Frau Materson erfreut fest, ist bei all dem kein Thema.

In kurzer Zeit wurde das Innere der Häuser inklusiv neugestaltet – und zwar gemeinsam mit Menschen, die dann auch in die WGs einziehen wollten. Das Projekt mit dem Titel „Prima Bude“ führten die Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH und die Agentur Inklusiv Wohnen der Stattbau Stadtentwicklungsgesellschaft in Kooperation durch.

„Mit Laien setzt man sich nicht an den Grundriss“, so Fee Kyriakopoulos von Inklusiv Wohnen, „man spricht über Atmosphären“. Startpunkt war die Frage nach persönlichen Lieblingsorten, im Anschluss Fragen an das Haus – „Was machst du dort, Stufe?“ oder „Bist du ein Krankenhausflur?“. Ein Legespiel half, Visionen zu entwickeln, Collagen und Legosteine, perfekte Orte zu entwerfen. Bei der Umsetzung half die Expertise des Architekturbüros Feddersen Architekten, dessen Geschäftsführer Jörg Fischer beim Salon über Geschichte, Konzepte und Projekte barrierearmen Wohnens sprach.

Was hier mit geringem Budget und kooperativ auf die Beine gestellt wurde, sieht modern und freundlich aus, es bietet Raum für Gemeinschaft und Rückzug, und faszinierende Detaillösungen wie ein handbetriebenes System zum Hoch- und Runterfahren der Arbeitsfläche in der Küche.

Entsprechend das Fazit von Daniela Radlbeck, Fachreferentin für Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungspolitik des Paritätischen Berlin: „Es gibt Konzepte. Wir müssen uns nur trauen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sie aufeinander abzustimmen, dann können wir auch was Tolles realisieren.“

Martin Thoma, freier Autor

(aw)

Datum, 24 | 10 | 2019