Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Neue Wege der Teilhabe von Langzeitarbeitslosen am Arbeitsmarkt

Rückblick auf den Fachtag

Trotz weiterhin guter Wirtschaftslage können viele Langzeitarbeitslose nicht von dieser Entwicklung profitieren und bleiben im Arbeitslosengeld II Bezug. Ohne besondere Unterstützung haben viele dieser Menschen absehbar keine realistische Chance auf Aufnahme einer Arbeit. 

Mit dem Teilhabechancengesetz möchte der Gesetzgeber das ändern und auch dieser Personengruppe wieder eine Perspektive zur Teilhabe am Arbeitsmarkt geben. Das Gesetz begründet die Einführung zweier Instrumente mit intensiver Betreuung und Lohnkostenzuschüssen für Langzeitarbeitslose zum Januar 2019.

Einen Sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen, entspricht einer langjährigen Forderung der Verbände. Vor diesem Hintergrund begrüßen die Verbände die vorgesehene, neue Förderung zur Teilhabe am Arbeitsmarkt im Grundsatz ausdrücklich. In der konkreten Ausgestaltung sind aus Sicht der Wohlfahrtspflege allerdings noch Modifikationen erforderlich. Beispielsweise bei den Zugangsvoraussetzungen. Diese schließen sehr viele Menschen von einer möglichen Förderung aus. Nach dem Gesetzesentwurf sind sieben Jahre ohne nennenswerte Beschäftigung im Leistungsbezug erforderlich, um nach § 16i SGB II gefördert zu werden. Die fehlende Freiwilligkeit ist im Zusammenhang mit der notwendigen Motivation für eine Tätigkeit besonders problematisch. 

Im Vorfeld der Gesetzesumsetzung veranstaltete die Geschäftsstelle Bezirke im Oktober einen Fachtag zu den neuen Wegen der Teilhabe von Langzeitarbeitslosen am Arbeitsmarkt und richtete die Perspektive auf gute Erfahrungen mit Langzeitarbeitslosen. Vertreterinnen der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, der Senatsverwaltung Integration Arbeit und Soziales, des Jobcenters Berlin-Lichtenberg und der C.U.B.A. gGmbH teilen ihre Erkenntnisse im Umgang mit Langzeitarbeitslosen in der öffentlich geförderten Beschäftigung. 

Rund 90 Teilnehmerinnen tauschen sich in direkter Diskussion und in drei Arbeitskreisen über Konzepte der öffentlich geförderten Beschäftigung, Langzeitarbeitslose in der Stadtteilarbeit und soziale Unternehmen aus.

Die Anwesenden sind sich einig: Um eine nennenswerte Anzahl an Arbeitsplätzen gewinnen zu können, wird es auch entscheidend auf das Engagement gemeinnütziger Träger ankommen. Sei es als Anbieter von Arbeitsplätzen, Orten des Ausprobierens und des Stärkens von Stärken oder als Wissensträger für Unternehmen im Umgang mit sozial benachteiligten Menschen.

Text: Markus Pleyer

Datum, 06 | 12 | 2018