Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

„Casa Familia“ – Leben und Erleben in der Natur

Kinder-und Jugendhilfeträger casablanca gGmbH nimmt in Brandenburg ein Ferien- und Seminarhaus inklusive einer stationären Wohngruppe für Kinder in Betrieb

Der See liegt ruhig von Farben und Düften umgeben, Insekten summen, Vögel zwitschern. Kleine Berlinerinnen und Berliner mit staunenden Augen laufen aufgedreht die Wiese hinunter zum See, größere folgen ihnen. Gemeinsam nehmen sie Kanus, Ruderboote und Kajaks in Besitz. Viele baden und schwimmen, einige erkunden alles Neue mit dem Fahrrad. Wer sich ausgetobt hat, braucht eine Stärkung und beginnt mit dem Kochen. Gegessen wird natürlich unter freiem Himmel.

Spielen und toben im Garten des KinderwohnprojektWie können wir Kindern und Jugendlichen aus belasteten Familien möglichst oft gemeinsame Abenteuer und Erlebnisse in der Natur ermöglichen? Wie können sie das Land außerhalb der quirligen Großstadt entdecken und sich gleichzeitig in einer vertrauten Umgebung geborgen fühlen? Noch vor einem Jahr haben diese Fragen das Team des Kinderwohnprojekts von casablanca beschäftigt. Gemeinsam mit einer Familie, die ihr Erbe zur Förderung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen einsetzt, begab sich das Team auf die Suche – und fand ein idyllisches Grundstück in Kagar bei Rheinsberg. Es bietet alles, was sich die Suchenden gewünscht haben: Ferienwohnungen, ein Seminarhaus und einen großen Garten, gelegen am See und umgeben von schönem Land.

Mit den Spänen ihrer Holzschnitzereien entzünden Kinder und Betreuenden abends ein Lagerfeuer. Müde und ganz leise schauen sie in die Flammen, das Knacken des brennenden Holzes begleitet die Geschichten der Kinder. Ein letzter Blick in den Himmel, bevor es friedlich in die Betten der „Casa Familia“ geht. Auf die nächtliche Stille folgt ein weiterer Tag, der den Kindern in wunderbarer Natur gehört. So geht es weiter, bis dieser Ferien- oder Wochenendurlaub vorbei ist. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – eine kleine Wohngruppe, die in Kagar von innewohnend mitlebenden Fachkräften betreut wird, kann sogar bald das ganze Jahr in der Natur erleben. Was den Kindern so viel Freude bereitet, sie lernen und gedeihen lässt, kann auch für die Erwachsenen nur gut sein. Bei Teamveranstaltungen und Schulungen im ländlichen Raum werden Pädagoginnen und Pädagigen durchatmen, zusammenfinden und ihre Horizonte erweitern.

Die Kagaer sagten zur Begrüßung am Tag der offenen Tür Anfang September viele nette Worte. Nur zwei Beispiele: „Endlich wieder Kinderstimmen in Kagar! Wir freuen uns über diese Bereicherung unseres Ortes und wünschen Euch hier viele frohe Stunden!“

Wir sehen der kommenden Zeit in der „Casa Familia“ mit Freude entgegen und werden sie zum Wohle der kleinen und größeren Land-Menschen gestalten. Uns erwartet eine große Aufgabe – und eine schöne dazu!     

Erzieherinnen und Erzieher, die Interesse an der Tätigkeit und dem Leben in der innewohnenden Gruppe haben (Berliner Bezeichnung: Erziehungsstelle), mögen sich gerne melden bei Ralf Schlüter, Leiter des Kinderwohnprojektes, rschlueter(at)g-casablanca.de.

Ralf Schlüter und Elisabeth Müller / casablanca gGmbH

Das casablanca Kinderwohnprojekt

Aktuell finden 52 Kinder und Jugendliche, die zurzeit oder langfristig nicht bei ihren Eltern leben können, in den acht Wohngruppen des Kinderwohnprojektes einen sicheren Ort.
Hunderte Schutzbedürftige waren seit 1997 im „Kiwo“ auf der Basis von § 34 SGB VIII durch das Jugendamt stationär untergebracht. Sie alle wurden und werden von einem engagierten pädagogischen Team mit Fachkompetenz, Empathie und Herzblut versorgt, gefördert und begleitet.

Auch für Erwachsene gut: durchatmen auf dem Land

Zum Kinderwohnprojekt gehören

  • Kurzzeitgruppe für Säuglinge und Kleinkinder (6 Plätze)
  • Kurzzeit-/Clearinggruppe für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren (10 Plätze)
  • Wohngruppen mit alternierend innewohnender Betreuung (30 Plätze)
  • Gruppe mit geringerer Betreuungsdichte für Jugendliche ab 15 Jahren (6 Plätze)

41 sozialpädagogische Fachkräfte betreuen diese Gruppen unter der Leitung eines vierköpfigen Teams.

Das Kinderwohnprojekt ist eine Kerneinrichtung des Trägers – nicht nur wegen der organisatorischen Größe, sondern vor allem, weil die Mitarbeitenden den Geist der casablanca gGmbH in bester Weise tragen und leben: Wir finden einen Weg, auf dem Kinder, Jugendliche und Eltern ihr Leben gut bewältigen können.

Fotos: Silke Bieleit / casablanca gGmbH

Mehr unter: www.g-casablanca.de

(vb)

Datum, 05 | 10 | 2017