Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Berlin ist Europäische Freiwilligenhauptstadt 2021

Vielseitig, international und inklusiv - Engagement im Paritätischen Berlin

Im Einsatz bei der "Gemeinsamen Sache - Berliner Freiwilligentage 2020": Dabei war auch Senatorin Elke Breitenbach, Foto: Isabell Köller

Im Einsatz bei der "Gemeinsamen Sache - Berliner Freiwilligentage 2020": Dabei war auch Senatorin Elke Breitenbach, Foto: Isabell Köller

Wie kaum eine andere europäische Großstadt steht Berlin für das Engagement seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Das spiegelt sich in den Paritätischen Mitgliedsorganisationen wider. Nicht nur, aber gerade in Krisenzeiten bieten Berlinerinnen und Berliner nachbarschaftliche Hilfe, engagieren sich in gemeinnützigen Organisationen und setzen sich für die Demokratie ein. Keine Überraschung also, dass Berlin 2021 den Titel »European Volunteering Capital« trägt und vom Brüsseler Centre for European Volunteering (CEV) zur Europäischen Freiwilligenhauptstadt gewählt wurde. Und die Stadt baut darauf! Aber unterstützt sie das freiwillige Engagement auch ausreichend?

Unser Beitrag zur Entwicklung des Engagements

Von Beteiligung über Vernetzung und Qualifizierung bis hin zu Strukturen – welche Rahmenbedingungen braucht das Ehrenamt? In unserer aktuellen Studie zum freiwilligen Engagement in Mitgliedsorganisationen haben wir Mitglieder befragt, wie die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement weiter gestärkt werden. Im Jahr der Europäischen Freiwilligenhauptstadt werden wir insbesondere diese drei Ziele verfolgen:

1. Vernetzung ermöglichen, Transparenz und Beteiligung einfordern
Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Akteure des Engagements in Berlin sehen wir als Stärke. Durch Formate, wie das Paritätische Innovationsforum oder den Arbeitskreis Freiwilliges Engagement, wollen wir Vernetzung und Austausch ermöglichen. Wir erwarten aber auch, dass Politik und Verwaltung die Zivilgesellschaft im Sinne der Transparenz und Partizipation selbst noch stärker einbeziehen.

2. Wirksamkeit sichtbar machen, Wirkung erhöhen
Engagement im Kiez, lokale Bürgerbeteiligung und nachbarschaftliche Hilfe in Alltagsangelegenheiten wirken ganz konkret und vor Ort. Hier gilt es, sowohl strukturierte Formen des Engagements als auch »Engagement unter dem Radar« zu fördern. Auch 2021 organisiert der Paritätische Berlin gemeinsam
mit dem Tagesspiegel und zahlreichen weiteren Partnerinnen die Gemeinsame Sache – Berliner Freiwilligentage. Damit möchten wir das freiwillige Engagement in Berlin sichtbar machen und allen Berlinerinnen und Berlinern die Möglichkeit geben, ein Zeichen für eine solidarische Stadt zu setzen.

3. Qualifizierung anbieten, Innovation fördern und Selbstverständnis stärken
Ohne starke Zivilgesellschaft keine gelebte Demokratie! Deshalb gilt es jetzt, Akteurinnen zu schulen, um sich etwa gegen rechte Tendenzen abgrenzen zu können, ein Bewusstsein für den Wert von Engagement zu vermitteln und die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten. Der Paritätische Berlin als starker Dach- und Spitzenverband und die Paritätische Akademie Berlin werden gemeinsam mit Partnern und Mitgliedsorganisationen ihr Bestes geben, um zivilgesellschaftliche Organisationen und Strukturen im Engagementbereich zu stärken.

Freiwilliges Engagement hält die Gesellschaft zusammen

Das freiwillige Engagement ist ohne Zweifel eine tragende Säule unserer Stadtgesellschaft. Allein bei den Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Berlin engagieren sich weit über 30.000 Ehrenamtliche – in allen Bereichen der sozialen Arbeit, in der Selbsthilfe und in nachbarschaftlichen Initiativen.
Durch die Förderung der bezirklichen Freiwilligenagenturen, der Stadtteilzentren, der Selbsthilfestrukturen, der ehrenamtlichen Besuchsdienste und weiterer Projekte im Bereich Engagement unterstützt das Land Berlin zivilgesellschaftliche gemeinnützige Organisationen. Damit stärkt sie auch das Subsidiaritätsprinzip, nach dem staatliche Institutionen nur dort eingreifen sollen, wo die Möglichkeiten des Einzelnen oder einer kleineren Einheit, wie Gemeinden oder zivilgesellschaftlichen Organisationen, nicht ausreichen, um wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahrzunehmen. Die Engagementstrategie für das Land Berlin, die partizipativ mit der Zivilgesellschaft erarbeitet wurde, geht 2021 in die Umsetzungsphase.

Was braucht Engagement als unverzichtbarer Teil des Sozialstaats?

Das ist schon viel, reicht aber nicht aus. Freiwilliges Engagement braucht mehr strukturelle und finanzielle Unterstützung in Berlin. Denn die Zivilgesellschaft steht vor zunehmenden Herausforderungen – von der Coronapandemie über Digitalisierung bis hin zu demokratiefeindlichen Tendenzen.
Gerade das Freiwilligenmanagement in den Organisationen sollte hier finanzielle Unterstützung erhalten. Innovationen brauchen Strukturen und Finanzierung, um sich entfalten zu können.
Zukünftig noch mehr Unterstützung vonseiten der Politik und Verwaltung gerade im Jahr der Europäischen Freiwilligenhauptstadt 2021 würde mehr als nur ein anerkennendes Dankeschön sein. Es würde Berlin gutstehen und die Zivilgesellschaft, die unsere Stadt wesentlich am Laufen hält, unterstützen.

Mehr über die Auszeichnung als Freiwilligenhauptstadt, die Berliner Engagementstrategie, Ehrenamtskoordination und Beispiele für Engament im Paritätischen Berlin lesen Sie im neuen Paritätischen Rundbrief 1/2021:
bit.ly/Rundbrief_1_2021


Anne Jeglinski, Leiterin der Geschäftsstelle Bezirke / Innovation und Wirkung;
Niklas Alt, Bezirksbeauftragter für Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg / Freiwilliges Engagement in der Geschäftsstelle Bezirke

(aw)

Datum, 26 | 02 | 2021