Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Arkadien – Auf der Suche nach Schönheit

Kunst aus dem Offenen Atelier St. Hedwig in der Galerie Art Cru Berlin

ART CRU Berlin zeigt neue Arbeiten aus dem Offenen Atelier St. Hedwig, eine Kooperation, welche in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiert. Die Künstler begeben sich in der Ausstellung auf der Suche nach dem „gelobten Land“ Arkadien. Ein Land, wo Milch und Honig fließen, ein Land der paradiesischen Zustände. Sie suchen es in der griechischen Mythologie, in der Vergangenheit, in der Zukunft und in sich selbst.

Bild: Ursula Hanke, Im Moseltal (nach Ramboux); 2017So unterschiedlich wie die Künstler des Offenen Ateliers sind auch die Bilder und ihre inhaltlichen Bezüge zum Thema der Ausstellung. Sehr direkt weist Martin Nieder mit seinem „Arcadia“ auf den Ausstellungstitel hin. Sein Bild zeigt eine kanadische Landschaft, sehr genau mit feinem Pinselstrich gearbeitet. Die leuchtende, flächige Farbgestaltung erinnert auf den ersten Blick an Pop Art. Bei näherem Hinsehen entdeckt man überraschend ein surrealistisches Stilmittel: die sich verschiebende Horizontlinie verändert die Wahrnehmung der ansonsten streng komponierten Perspektive. Martin Nieder arbeitet seit sieben Jahren im Offenen Atelier. Seine Werke wurden bereits mehrfach in unserer Galerie und anderen Ausstellungsorten präsentiert.

Die Bilder von Haci Sami Yaman, der seit einem Jahr im Atelier arbeitet, sind kontraststarke Kompositionen aus verschiedenen Punkten, Strichen und Linien, die nicht auf den ersten Blick nachzuvollziehenden Regeln zu gehorchen scheinen. Sie ordnen sich zu Mustern oder Formen, es bilden sich Strukturen und Ströme heraus, die eine ganz eigene Faszination vermitteln. Zugleich ähneln seine Bilder Luftaufnahmen oder lassen an Skizzen von Landschaftsarchitekten denken. Die spannungsreiche Wirkung der Bilder wird noch verstärkt, wenn man weiß, dass es sich bei Yaman um einen nahezu erblindeten Künstler handelt. Im Atelier stehen ihm besondere Acrylstifte zu Verfügung. Beim Farbauftrag kann sich der Künstler z.B. durch besonders festes Aufdrücken der Stifte oder durch Klopfen orientieren. Bei der Arbeit an seinen Werken gibt Yaman Auskunft über die ihnen zugrunde liegenden Energie-Theorien, Funktionsweisen von Schaltsystemen und anderen philosophisch-technischen Gedankenkonstruktionen.

Aus den Werken von Ursula Hanke spricht ihre große Experimentierfreudigkeit. Sie sucht die künstlerische Herausforderung indem sie immer wieder in neuen, meist grafischen Techniken arbeitet. In der Ausstellung werden zwei Bilder von ihr gezeigt, in denen sie mit verschiedenen Zeichenmaterialien gleiches Motiv umsetzt. Die akribisch herausgearbeitete Landschaft -in einer Version als Rötel- und in der anderen als Tusche-Zeichnung - öffnet, dank ihrer präzisen Reproduktion, ein inhaltliches Spannungsfeld zwischen Original und Kopie und spielt mit der Abbildbarkeit von emotional aufgeladenen Sehnsuchtslandschaften.

Zur Ausstellung:
Vernissage: Donnerstag, 30. November 2017, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. Dezember - 15. Januar 2018
Öffnungszeiten: Di - Sa: 12 - 18 Uhr
Ausstellungsort: Galerie ART CRU Berlin, Oranienburger Str. 27, 10117 Berlin-Mitte

Die Galerie ART CRU Berlin ist seit 2008 Berlins einzige Galerie für so genannte Outsider Art. Dieser Begriff (1972 von Roger Cardinal als Synonym des 1945 vom Maler Jean Dubuffet geprägten Terminus „Art Brut“ eingeführt) bezeichnet die Kunst von Menschen mit PsychiatrieErfahrung oder geistigen Behinderungen. Wir sind davon überzeugt, dass die besondere Wahrnehmung dieser Künstler sich in einzigartigen Kunstwerken von hoher Authentizität darstellt.

Den Einladungs-Flyer können Sie hier herunterladen.

Mehr zur Galerie Art Cru unter: www.art-cru.de

(vb)

Datum, 03 | 12 | 2017