Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

13.000 Anrufe in medizinischen Notsituationen

Wie die Dolmetsch-Hotline Triaphon Sprachbarrieren überwindet

Foto: TriaphonWer in die Notaufnahme eines Krankenhauses kommt, benötigt häufig dringend medizinische Hilfe. Doch Sprachbarrieren zwischen medizinischem Personal und Patientinnen und Patienten können dazu führen, dass diese Hilfe nicht so schnell oder im nötigen Umfang geleistet werden kann.

Seit 2017 bietet die gemeinnützige Organisation Triaphon daher eine telefonische Sofort-Sprachmittlung an. Immer mehr Kliniken und Gesundheitseinrichtungen nutzen die Hotline: Bis heute konnten die Triaphon-Sprachmittlerinnen und -mittler über 13.000 Mal in medizinischen Notsituationen bei der Kommunikation mit nicht-deutschsprachigen Patientinnen und Patienten helfen.

„Dass Menschen in Deutschland nicht rechtzeitig behandelt, unter- oder überversorgt werden, weil sie kein Deutsch sprechen, darf nicht passieren. Doch Dolmetschdienste sind oft nicht sofort verfügbar oder sehr teuer. Als Arzt habe ich selbst Situationen erlebt, in denen eine Sofort-Übersetzung geholfen hätte“, erklärt Dr. med. Korbinian Fischer, Mitgründer und Geschäftsführer von Triaphon.

Das Sozialunternehmen setzt genau da an: Die Triaphon-Hotline kann rund um die Uhr angerufen werden, es stehen sofort Sprachmittlerinnen und -mittler bereit. Damit ist eine Sprachmittlung in einer medizinischen Notsituation immer nur einen Anruf entfernt. Das ermöglicht eine medizinische Beratung auf Augenhöhe und hilft, die Versorgungsqualität und Patientensicherheit zu verbessern.

Seit Start des Angebots steigt die Nachfrage nach der telefonischen Sprachmittlung kontinuierlich. Heute ist Triaphon fester Partner von 30 Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, darunter unter anderem das Sana Klinikum Lichtenberg in Berlin, das Katholische Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg und alle Anlaufstellen der Hilfsorganisation Ärzte der Welt. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann den Sprachmittlungs-Service gegen eine Gebühr nutzen. So finanziert das Sozialunternehmen unter anderem die Betreuung der ehrenamtlichen Sprachmittlerinnen und -mittler sowie die Software zum Betrieb der Hotline.

Davon profitieren vor allem die Patientinnen und Patienten, denen schnell und effektiv geholfen
werden kann. Aber auch die Arbeit des medizinischen Personals wird durch die unkomplizierte Nutzung der Sprachmittlungs-Hotline deutlich erleichtert. Zukünftig soll das Angebot auch auf ambulante Praxen ausgeweitet werden.

Triaphon ist eine Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Sprachbarriere zu verbessern. In medizinischen Akutsituationen fehlt es oft an verfügbaren Dolmetscherinnen und Dolmetschern, das hat zum Teil gravierende Auswirkungen. Dr. med. Korbinian Fischer und Dr. med. Lisanne Knop sind daher aktiv geworden und haben Triaphon als telefonischen 24h-Dolmetschdienst für Krankenhäuser und Arztpraxen gegründet. Um die Unterstützung in Anspruch zu nehmen, müssen teilnehmende Einrichtungen
lediglich eine Hotline wählen und dann per Knopfdruck die benötigte Sprache auswählen. Die mehr als 130 geschulten Ehrenamtlichen am anderen Ende der Leitung vermitteln dann zwischen Patientinnen beziehungsweise Patienten und medizinischem Personal. Der Dienst steht aktuell in Arabisch, Bulgarisch, Dari/Farsi, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Vietnamesisch zur Verfügung und ist rund um die Uhr erreichbar.

Weitere Informationen unter: triaphon.org

Beatrice Brülke,
Öffentlichkeitsarbeit Triaphon
presse(at)triaphon.org

(aw)

Datum, 12 | 03 | 2021