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Zur Verabschiedung des Masterplans für Integration und Sicherheit

Pressemitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin vom 24. Mai 2016

Der Senat hat den Masterplan für Integration und Sicherheit verabschiedet. Ein im März veröffentlichter erster Entwurf zum Masterplan hatte den Eindruck erweckt, dass es sich dabei vor allem um eine Bestandsaufnahme bereits bestehender Programme ohne konkrete Zeit- und Finanzierungspläne handelt. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin wird den überarbeiteten Beschluss jetzt prüfen.
Auf den ersten Blick erscheinen die nun eingeplanten finanziellen Mittel zumindest als ein Anfang, um die Herausforderungen zu bewältigen. Auch wenn aktuell weniger geflüchtete Menschen Berlin erreichen als noch vor einem Jahr, bleibt der Handlungsbedarf groß.

Insbesondere auf die Bezirke kommen zahlreiche Herausforderungen zu. Viele Asylbewerber und Asylbewerberinnen sind inzwischen als Flüchtlinge anerkannt und werden deshalb nicht mehr vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo), sondern von dem jeweils zuständigen Bezirksamt bzw. den dort ansässigen Jobcentern betreut. Dazu Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin:

„Die Bezirke stehen vor großen Herausforderungen und dürfen damit nicht alleingelassen werden. Wichtig ist jetzt u.a., die im Masterplan versprochenen bezirklichen Stabsstellen Integrationsmanagement einzurichten und zu finanzieren. Um alle Akteure wie z.B. Verwaltungen, Jobcenter und Nachbarschaftszentren besser zu vernetzen, schlagen wir bezirkliche Regionalkonferenzen vor. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin bietet hier seine Unterstützung an.“

Damit Integration gelingen kann, sind soziale Kontakte wichtig. Zivilgesellschaftliche Initiativen, Stadteilzentren und Nachbarschaftshäuser bieten dafür niedrigschwellige Angebote, die gestärkt und langfristig gesichert werden müssen.

Nach wie vor gibt es einen großen bislang unbefriedigten Bedarf an Sprachmittlerdiensten. Damit die Verständigung mit Geflüchteten in sozialen Diensten, Behörden und z.B. auch in Schulen und bei Ärzten erleichtert wird, sind Dolmetscher nötig. Die Einrichtung einer professionellen Sprachmittlung über eine Hotline würde der Paritätische Wohlfahrtsverband  Berlin als einen ersten Schritt begrüßen. Ebenso wichtig ist, im Bereich psychologische Betreuung die bestehenden Angebote an die neuen Anforderungen anzupassen.

Die Umsetzung der im Masterplan für Integration und Sicherheit beschlossenen Maßnahmen muss nun schnell in Angriff genommen werden. Dabei ist wichtig, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, wie z.B. den zuständigen Senatsverwaltungen, Flüchtlingsheimbetreibern, Ehrenamtlichen, Jobcentern und Bezirken zu koordinieren und zu stärken.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin und seine Mitgliedsorganisationen werden den Prozess konstruktiv begleiten.

Pressekontakt beim Paritätischen Berlin:

Kathrin Zauter, Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Brandenburgische Straße 80, 10713 Berlin, Tel: 030 86 001-175, Mobil: 0172 292 45 94, Fax: 030 86 001-140, zauter@paritaet-berlin.de

 

(Pe)

Datum, 25 | 05 | 2016