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Zur Umsetzung landesfinanzierter bezirklicher Freiwilligenagenturen in Berlin

Empfehlungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin

Eröffnung der Freiwilligenagentur Oskar in Lichtenberg

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. begrüßt die Einführung einer Landes-finanzierung für bezirkliche Freiwilligenagenturen in allen zwölf Berliner Bezirken durch den Doppel-haushalt 2018/19. Freiwilligenagenturen, als trägerübergreifend, weltanschaulich und parteipolitisch unabhängig agierende Service- und Beratungseinrichtungen, stärken und bündeln bürgerschaftliches Engagement. Als Teil der Zivilgesellschaft sind sie den Engagierten verpflichtet und tragen zur Ver-netzung der Engagementlandschaft sektorenübergreifend bei. Die Landesförderung für bezirkliche Freiwilligenagenturen bietet die Chance, bereits bestehende bezirkliche Freiwilligenagenturen jetzt langfristig zu sichern und deutlich auszuweiten und das freiwillige Engagement im Land Berlin sichtbar zu fördern. Hierfür bedarf es einer abgestimmten und durchdachten Strategie zum Aus- und Aufbau der bezirklichen Freiwilligenagenturen als soziale Infrastruktureinrichtungen, insbesondere unter Berücksichtigung und Sicherung der bisherigen Strukturen. 

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V. empfiehlt deshalb:

Implementierung und Zielsetzung: 

  • Die Einführung der Landesförderung für bezirkliche Freiwilligenagenturen wird von einer Arbeitsgruppe fachlich begleitet, die die Ausarbeitung des Aufgabenprofils, unter Berück-sichtigung der Fördersummen, sowie die Ausarbeitung von Auswahlkriterien für geeignete Träger gewährleisten kann. Zu dieser Arbeitsgruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter von: Senatskanzlei; Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales; Berliner Bezirke; Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V.; Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-agenturen e.V. (bagfa) und Wohlfahrtsverbänden. 
  • Auf vorbildliche Weise haben einige Berliner Bezirke schon jetzt Freiwilligenagenturen aufgebaut. Die Einführung der Freiwilligenagenturen in den Bezirken wertet in den Bezir-ken bestehende Strukturen auf und geht nicht zu Lasten bereits bezirklich finanzierter Freiwilligenagenturen, insbesondere qualifizierter Träger und Strukturen. 
  • Die Grundaufgaben und Ziele der Freiwilligenagenturen sind eindeutig definiert, auch um die Abgrenzung zu anderen sozialraumorientierten Projekten und Strukturen sicherzustel-len (Stadtteilzentren, BENN, LENA, Quartiersmanagement etc.). Intersektorale Tätigkeiten stärken die Vernetzung und Nutzung des Engagementpotentials.
  • Als Teil des Aufgabenprofils werden die Freiwilligenagenturen in bestehende Strukturen eingebettet. Beispielhaft dafür stehen die Berliner Freiwilligenbörse, das Landesnetzwerk Bürgerengagement, die Fachkonferenz für Freiwilligenmanagement und Freiwilligenagen-turen, die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements sowie bezirkliche und landesweite Freiwilligentage.  

Qualitätsstandards:

  • Bei entsprechender Förderung bildet das bagfa-Qualitätsmanagement nach einer Anlauf-phase  eine gute Grundlage für die qualitative Ausgestaltung der bezirklichen Freiwilligen-agenturen. Zusätzlich sollten die Qualitätskriterien der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Berlin (LAGFA Berlin) herangezogen werden, um die Eigenheiten der Berliner Engagementlandschaft zu berücksichtigen. 

Rahmenbedingungen:

  • Um den bezirklichen Charakter der Freiwilligenagenturen zu festigen, ist eine zusätzliche Finanzierung durch die Bezirke unabdingbar (empfehlenswert ist eine Aufteilung von 100.000€ Landesförderung und mindestens 30.000€ Bezirksförderung). Dies könnte z.B. auch durch Bereitstellung von Räumlichkeiten etc. durch den Bezirk gewährleistet werden. 
  • Die LAGFA Berlin hat seit 1998 einen partizipativen Rahmen für den Austausch und die in-haltliche Weiterentwicklung der Berliner und insbesondere der bezirklichen Freiwilligen-agenturen geschaffen. Zur weiteren fachlichen Begleitung und konzeptionellen Weiter-entwicklung fungiert die LAGFA Berlin als Dachverband der Freiwilligenagenturen. 
  • Um die LAGFA Berlin inhaltlich und fachlich adäquat auszubauen, wird die entsprechende finanzielle Ausstattung durch die Landesfinanzierung bereitgestellt. Die langjährige Exper-tise der Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V. wird in den Auf- und Ausbau der bezirklichen Freiwilligenagenturen und den Ausbau der LAGFA Berlin eingebracht. 
  • Die derzeitige strukturelle Zuordnung der landesfinanzierten, bezirklichen Freiwilligen-agenturen zur Senatskanzlei ist ein wichtiges Zeichen für den hohen Stellenwert und den Modellcharakter des Vorhabens. Mittel- und langfristig halten wir es jedoch für zielfüh-rend, die Freiwilligenagenturen in bereits bestehende Rahmenstrukturen einzubetten, wie das Infrastrukturförderprogramm Stadtteilzentren (IFP STZ). 

Die Empfehlungen können Sie hier herunterladen.

Datum, 28 | 02 | 2018