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Zehn Jahre Meisterschule - Erfolgreiche Kooperation zwischen der Alice Salomon Hochschule und dem Theater der Erfahrungen

Jubiläumsfeier "Techno und Tango“ am 17. Januar 2019

Einladung zur Feier von zehn Jahren Meisterschule

Wann: Donnerstag, 17. Januar 2019, 16:30 bis 20 Uhr

Wo: Alice Salomon Hochschule - Audimax, Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin-Hellersdorf

Eintritt frei - Informationen und Anmeldung im Theater unter 030 855 42 06 möglich.

Seit 2008, als Johanna Kaiser – neben Eva Bittner Gründerin und Leiterin des Theaters der Erfahrungen – die Professur Soziale Kulturarbeit an der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin übernahm, liegt dort ein besonderer Schwerpunkt auf der Kulturarbeit mit alten Menschen. Das Theater der Erfahrungen spielt seit 1980 mit älteren Menschen Stücke, die auf deren Erfahrungen beruhen.

Unter dem Namen Meisterschule finden jedes Semester Projekte und Workshops mit den älteren Spielerinnen und Spielern des Theaters der Erfahrungen sowie Studierenden der Alice Salomon Hochschule statt. Die Idee dahinter ist, einen Transfer zwischen Studierenden und Älteren zu befördern. 

Raus aus der Hochschule

Die interdisziplinären Lehrformate des Bereiches Soziale Kulturarbeit ermöglichten die Beteiligung der alten Spielerinnen und Spieler an sehr vielfältigen Projekten: Sie wirkten 2008 und 2010 bei musikalisch-szenischen Produktionen mit, entwickelten 2013 mit Gästen aus Ecuador eine Inszenierung zum Thema Nachhaltigkeit oder spielten 2010, 2011 und 2014 mit Studierenden des Studienganges Erziehung und Bildung im Kindesalter Theater mit Kita-Kindern. Auch vermittelten die Spielenden 2016 in Seminaren ihre Wahrnehmung von der Teilhabe alter Menschen in der sozialen Kulturarbeit oder stellten sich 2017 für Interviews im Rahmen der Praxisforschungswerkstatt des Masterstudiengangs zur Verfügung.

Raus aus der Hochschule kamen die Studierenden für Seminare mit Kindern und Älteren in unterschiedlichen Stadtteilzentren und zu den intergenerativen Kreativtagen des Theaters der Erfahrungen an verschiedenen Orten Berlins. Außerdem filmten sie Proben zu unterschiedlichen Theaterstücken und interviewten Kinder nach intergenerativen Aufführungen oder sie waren in die Realisierung von Tagungen involviert.

Wechselseitige Bereicherung

Die Idee, Studierenden die interkulturelle und intergenerative Praxis der Alten-Kulturarbeit in sozialen Feldern näher zu bringen, wurde bald zu einer wechselseitigen Bereicherung: Die Seniorinnen und Senioren nahmen Einfluss auf aktuelle Lehrinhalte, die Studierenden brachten sich in Theaterstücke der Spielenden ein.

Gearbeitet wird dabei sehr vielfältig: Mal entscheiden sich die Studierenden für ein bestimmtes Thema und die Spielerinnen und Spieler des Theaters der Erfahrungen werden ab einem gewissen Punkt in die Seminare eingebunden. Mal entwickelt das Theater ein Konzept, das das Mitmachen von Studierenden vorsieht. Teilweise lassen sich die Beteiligten beim Theaterspielen auch einfach von ihren Erfahrungen leiten und finden ihre ganz eigenen Wege. So entstanden eine Reihe von erstaunlichen Projekten, ungewöhnlichen Lehrformaten, spannenden Aufführungen und erfrischenden filmischen Erforschungen – eben eine Meisterschule.

Rauf auf die Bühne

Dass diese lebendige Kooperation, der gegenseitige Transfer von Theorie und Praxis, nicht ohne Stolpersteine und Hürden gemeistert werden kann, ist klar. Organisationsformen einer Hochschule und Probenzeiten eines Theaters, das Zeitverständnis von Studierenden und die Vorstellung von Verbindlichkeit der Älteren sind nur wenige Aspekte, die zeigen, wo es rappeln kann und an welchen Stellen sich einiges zu Recht rütteln musste. Doch die Anziehungskraft ungewöhnlicher Lern- und Begegnungsräume wirkte und wirkt nachhaltig. 

Mehr zum Theater der Erfahrungen finden Sie hier. Mehr zur Alice Salomon Hochschule finden Sie hier

Frank Schüler, Werkstatt der alten Talente - Theater der Erfahrungen

Datum, 14 | 01 | 2019