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Wohin geht es in der Berliner Selbsthilfe?

Bei der Fachtagung "Selbst ist die Zukunft. Perspektiven der Berliner Selbsthilfe" am 20. Mai diskutierten die Teilnehmenden Zukunftsfragen der Selbsthilfe und entwarfen Visionen

Malte Andersch und Anne Jeglinski, Foto: Markus Pleyer

Anwesend waren Vertreterinnen und Vertreter sowie Mitarbeitende von Selbsthilfegruppen und –organisationen, Kooperationspartner der Selbsthilfe, aus der Verwaltung, von Krankenkassen und Verbänden.
Die Fachveranstaltung „Selbst ist die Zukunft. Perspektiven der Berliner Selbsthilfe“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes  Berlin  wurde mit folgenden Partnern umgesetzt:
•    Selko e.V., mehrere Selbsthilfekontaktstellen und Junge Selbsthilfe Berlin
•    Berliner Behindertenverband e.V.
•    Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e.V.  

Malte Andersch, Vorstandsmitglied, und Anne Jeglinski, Leiterin der Geschäftsstelle Bezirke des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, begrüßten die Teilnehmenden. Herr Andersch skizzierte kurz die Entwicklung der Selbsthilfe und wies auf aktuelle gesellschaftliche und technische Veränderungen und einhergehende Herausforderungen für die Selbsthilfe hin.

Wir hilft! Die Aktionswoche Selbsthilfe

Anne Jeglinski stellte die Aktionswoche Selbsthilfe vor: Unter dem Motto "Wir hilft" findet die vom Paritätischen Gesamtverband ausgerufene Selbsthilfewoche vom 18. bis 26. Mai 2019 bundesweit statt. Sie ist eine gemeinsame Initiative mit den Paritätischen Landesverbänden. Allein in Berlin sind dabei 22 Aktionen geplant. Diese sind so vielfältig wie die Selbsthilfe und reichen von Themen wie Demenz über Hochsensibilität bis zur Kulturvielfalt in der Selbsthilfe. Die Aktionswoche will Anliegen der Selbsthilfe verstärkt in die Öffentlichkeit rücken und noch mehr Menschen für diese gewinnen.

Zukunftsmusik - Perspektiven für die Berliner Selbsthilfe entwickeln

In einem interaktiven Teil gab es an Thementischen zu Migration, Digitalisierung, Junge Selbsthilfe und Beteiligung regen Austausch. Ein offener Tisch bot die Möglichkeit weitere Themen einzubringen. Diskutiert wurde hier etwa über die Zusammenarbeit zwischen der Suchtselbsthilfe und anderen Selbsthilfebereichen. Die entwickelten Visionen für die Selbsthilfe reichten von der Aufnahme der Selbsthilfe in den Lehrplan von Schulen über eine Angehörigen-Kampagne bis hin zu einer übergreifenden Selbsthilfeplattform. Dabei wurde auch klar: Technische Möglichkeiten sind kein Ersatz für face-to-face Treffen in der Selbsthilfe, sondern bieten Unterstützung zum Beispiel für spontaneren Austausch. In der Zukunft kommt es darauf an, dieses Zusammenspiel sinnvoll zu gestalten. Gefordert wurde eine verstärkte Beteiligung der Selbsthilfe in politischen Gremien aber auch bereits in der Ausbildung etwa bei medizinischen Besuchen. Eine Vision für 2030 lautete: Jeder Arzt und Apotheker empfiehlt Selbsthilfe. Selbsthilfe gehört zum Versorgungssystem.

Die Impulse der Fachtagung werden aufgenommen und sollen in die Erarbeitung eines Papiers zu Zielen der Berliner Selbsthilfe einfließen, dass der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin gemeinsam mit den anderen Interessenvertretungen der Selbsthilfe entwickelt.

Die Aktionswoche Selbsthilfe läuft noch bis zum 26. Mai 2019!
Es finden weiter tolle Aktionen in Berlin statt. Alle Informationen finden Sie unter:
www.der-paritaetische.de/schwerpunkt/wir-hilft-aktionswoche-selbsthilfe/

Lea Winnig

(rs)

Datum, 22 | 05 | 2019