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„Wir brauchen ein Frühwarnsystem, um Wohnungsverlust zu verhindern“

Auftakt der Veranstaltungsreihe "Paritätische Perspektiven 2018: Wohnungslosenpolitik gemeinsam gestalten"

Volles Haus bei der Auftaktveranstaltung der Reihe "Paritätische Perspektiven 2018"

Mehr Prävention soll Wohnungsräumungen und Obdachlosigkeit verhindern. So die zentrale Forderung der Podiumsdiskussion zum Thema „Prävention von Wohnungs- und Obdachlosigkeit“. An der Veranstaltung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin haben rund 80 Personen aus Politik, Verwaltung, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen teilgenommen. 

Derzeit werden in Berlin rund 30.000 wohnungslose Menschen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Dafür entstehen dem Land Berlin nach Schätzungen des Paritätischen Wohl-fahrtsverbands Berlin Kosten von bis zu 273 Millionen Euro jährlich.

Dazu die Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin Dr. Gabriele Schlimper: „Wichtig ist, verstärkt in Prävention zu investieren, damit Mieterinnen und Mieter gar nicht erst ihre Wohnungen verlieren. Dafür benötigen wir dringend Fachstellen für Prävention von Wohnungslosigkeit in jedem Bezirk, die mit ausreichend Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern ausgestattet sind. Wir brauchen ein Frühwarnsystem, um Wohnungsverlust zu verhindern.“ 

In diesem Zusammenhang sei es wichtig, so Schlimper weiter, stärker mit den kommunalen Woh-nungsbaugesellschaften zusammenzuarbeiten. Auch freie Träger können unterstützen, indem sie beispielsweise sogenannte Clearingstellen anbieten, in denen Hilfsangebote koordiniert werden.

Auch für die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach ist die Einrichtung von Fachstellen in jedem Bezirk ein wichtiges Instrument, um Wohnungslosigkeit zu verhindern: „Wir müssen nicht nur die Hilfs- und Beratungsangebote in den Bezirksämtern vernetzen und ausbauen, sondern auch die Jobcenter und Wohnungsbaugesellschaften stärker einbeziehen. Wir stehen nun an einem Punkt, der allen in der Stadt zeigt, dass wir zusammenarbeiten und handeln müssen.“

So will sie Abstimmungen einleiten, damit künftig verhindert wird, dass Familien mit Kindern und ältere Menschen auf Grund von Mietschulden zwangsgeräumt werden, wie bereits auf der 1. Strate-giekonferenz zur Wohnungslosenhilfe am 10. Januar angekündigt. Zu den Zwangsräumungen will sie Gespräche mit der zuständigen Senatorin Katrin Lompscher und den Wohnungsbaugesellschaften füh-ren. Ziel sei auch, das sogenannte geschützte Marktsegment für Bedürftige auszubauen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin beschäftigt sich in der Veranstaltungsreihe Paritätische Perspekti-ven 2018 mit dem Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Berlin. Nach der Auftaktveranstaltung am 18. Januar 2018 zum Thema Prävention widmen sich die kommenden Veranstaltungen in der Reihe den Themen aufsuchende Straßensozialarbeit (April 2018) und Gesundheitsversorgung (August 2018). 

Pressekontakt beim Paritätischen Berlin: Kathrin Zauter, Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V., Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Brandenburgische Straße 80, 10713 Berlin, Tel: 030 86 001-175, Mobil: 0172 292 45 94, zauter(at)paritaet-berlin.de

(vb)

Datum, 19 | 01 | 2018