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Starkes freiwilliges Engagement bedeutet eine starke Zivilgesellschaft

130 Unterzeichnende fordern mit dem Paritätischen Berlin und der Landesfreiwilligenagentur Berlin e. V. die nachhaltige Förderung des freiwilligen Engagements

Save the Date: Gemeinsame Sache - Berliner Freiwilligentage 2022; Quelle: Paritätischer Berlin

Save the Date: Gemeinsame Sache - Berliner Freiwilligentage 2022; Quelle: Paritätischer Berlin

Überall in Berlin engagieren sich Menschen freiwillig. Sie prägen das Miteinander in ihren Nachbarschaften, fördern Diversität und Inklusion und wirken gesellschaftlicher Spaltung entgegen. Doch gerade die Coronapandemie macht die gesellschaftlichen Herausforderungen noch sichtbarer. Die Zivilgesellschaft braucht jetzt dringender denn je konkrete Unterstützung für ihre Arbeit und noch stärkere Förderstrukturen.

Deshalb haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen, Vereine, Initiativen sowie Verbände zusammengetan und Empfehlungen für Politik und Verwaltung formuliert. Sie wurden in einer gemeinsamen Sitzung des Fachkreises Freiwilligenmanagement im Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin und des Arbeitskreises Freiwilliges Engagement des Paritätischen Berlin entwickelt und vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2021 veröffentlicht. Mit 130 Unterzeichnenden ist das Empfehlungspapier ein starkes Signal an Politik und Verwaltung, gemeinsam mit der Zivilgesellschaft das freiwillige Engagement nachhaltig zu fördern.

Rahmenbedingungen für Engagement und die Vernetzung stärken
Die Unterzeichnenden fordern den stärkeren Dialog und die Förderung des Landesnetzwerks Bürgerengagement Berlin. Sie weisen darauf hin, dass die Umsetzung der Berliner Engagement-Strategie zusätzlicher Finanzmittel bedarf. Sie machen den dringenden Bedarf der Entbürokratisierung staatlicher Förderstrukturen deutlich. Und sie fordern die Anerkennung und finanzielle Entlastung von Engagierten durch Erstattung von Fahrtkosten.

Freiwilligenmanagement und Freiwilligenkoordination als Berufsbild anerkennen
Freiwilligenmanagement und Freiwilligenkoordination sind in vielen Organisationen, die mit freiwillig Engagierten zusammenarbeiten, wichtige Tätigkeitsfelder. Sie schaffen Verlässlichkeit und Ansprechbarkeit für Freiwillige und sichern engagementfreundliche Rahmenbedingungen. Die Unterzeichnenden fordern, diese Berufsfelder anzuerkennen.

Förderlichen Rahmen für Freiwilligenmanagement und -koordination schaffen
Schließlich empfehlen die Unterzeichnenden, auf den Erfahrungen der hauptamtlichen Freiwilligenkoordinationen in Unterkünften für Geflüchtete aufzubauen und das von der LIGA Berlin entwickelte Modellprojekt im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe umzusetzen. Darauf aufbauend sollte eine bereichsübergreifende finanzielle Förderung dieser Tätigkeitsfelder mit einer angemessenen tariflichen Eingruppierung sowie die Bereitstellung ausreichender Sachmittel und Mittel für Qualifizierung eingeplant werden.

Einige dieser Anliegen hat die neue rot-grün-rote Landesregierung in den Koalitionsvertrag aufgenommen, wie die Förderung des Landesnetzwerks Bürgerengagement und die Stärkung von Freiwilligenkoordinationen. Zusammen mit den Unterzeichnenden zählen wir darauf, dass die Regierungskoalition diese Vorhaben aktiv vorantreibt und dass sie freiwilliges Engagement als ein Querschnittsthema der Berliner Landes- und Bezirkspolitik anerkennt und weiter stärkt.

Niklas Alt, Bezirksbeauftragter für Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg / Freiwilliges Engagement in der Geschäftsstelle Bezirke

Der Artikel ist erschienen im Paritätischen Runndbrief 1/2022, hier als Einzel-PDF.

Hier finden Sie die Empfehlungen und die Liste der 130 Unterzeichnenden.

Hier finden Sie den Link zum Modellvorhaben der LIGA Berlin zur Freiwilligenkoordination in der Wohnungsnotfallhilfe.


(aw)

Datum, 17 | 02 | 2022