Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

Stadtteilzentren und Selbsthilfe in Berlin sichern und stärken

Empfehlungen des Paritätischen Berlin

Fest im Stadtteilzentrum Pankow; Foto: Martin Thoma

Stadtteilarbeit und Selbsthilfe sind in ihren Anliegen und Arbeitsweisen ressortübergreifend aufgestellt und berühren viele wesentliche Themenbereiche städtischer Lebensrealität.

Stadtteilzentren sind parteipolitisch und konfessionell unabhängige Akteure der Gemeinwesenarbeit und der Stadtteilkoordination. Sie arbeiten zielgruppen-, generationen- und bereichsübergreifend, fördern bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und Beteiligung und fungieren als Katalysator für eine aktive Zivilgesellschaft. Sie tragen somit wesentlich zum Erhalt gelebter Demokratie bei.

Selbsthilfe mit ihrem Fokus auf Selbstbestimmung und gegenseitige Unterstützung bei der Bewältigung von persönlichen Herausforderungen fördert die Resilienz der einzelnen Beteiligten und trägt gleichzeitig zu einer starken Gemeinschaft bei.

Stadtteilzentren, Willkommenskultur, lebendige Nachbarschaft

Stadtteilzentren haben sich in Berlin als gesamtstädtische Infrastruktur für Berlinerinnen und Berliner etabliert und bewährt. Sie sind Initiatoren, Koordinatoren, Raumgeber, Vernetzer und Seismografen in ihrem Sozialraum. Die Struktur der Stadtteilzentren erfüllt essentielle sozialpolitische Aufgaben wie Partizipation, Integration, Inklusion und soziale Teilhabe, die das soziale Miteinander stabilisieren. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist, die Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger flexibel aufzunehmen und einzubinden, Akteure und Strukturen zu vernetzen und die Identifikation mit und Verantwortung für den Stadtteil zu fördern. Sie sind Anlaufstellen im Stadtteil mit Beratungs-, Lern-, Kultur- und Freizeitangeboten.

Stadtteilzentren sind multifunktional vernetzende Infrastruktureinrichtungen, die Entwicklungen in Nachbarschaften erfassen und aufgreifen. Ihre sozialkulturelle und demokratiefördernde Arbeitsweise trägt zur gesellschaftlichen Integration bei, ermöglicht den Austausch gesellschaftlicher Gruppierungen untereinander und hilft fremdenfeindlichen Aktionen entgegen zu wirken.

Selbsthilfe und Selbsthilfekontaktstellen

Selbsthilfe steht für Selbstbestimmung, gegenseitige Unterstützung bei der Bewältigung von Schwierigkeiten (Krankheit, Alter, Behinderung oder seelische Konfliktsituationen), für Gesundheitsprävention, für Bereicherung der Lebensqualität, für Ehrenamt und für Erfahrungsaustausch.

Selbsthilfe entwickelt sich durch den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern. Sie ist ein wesentlicher Baustein, um Berlin zu einer gesunden und lebenswerten Stadt für alle Berlinerinnen und Berliner zu machen. Im Bereich der gesundheitlichen Versorgung ist die Selbsthilfe als „vierte Säule“ fest etabliert. Aber auch die soziale Selbsthilfe braucht besondere Berücksichtigung, um ein bedarfsgerechtes Angebot auf- und auszubauen. Nicht zu unterschätzen ist ihr Potential in sozialen Problemlagen sowie für die psychosoziale Versorgung.

Empfehlungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes LV Berlin e.V.:

Für die Struktur der Stadtteilzentren, für Willkommenskultur und eine lebendige Nachbarschaft:

  • Stadtteilzentren im Infrastrukturförderprogramm Stadteilzentren (IFP-STZ) sichern und ausbauen
  • Ressortübergreifende Abstimmung der Senatsverwaltungen untereinander, mit den Bezirken und mit den Stadtteilzentren strukturell verankern
  • Strategie für die Verstetigungsgebiete des Programms Soziale Stadt fachlich und finanziell hinterlegen

Für die Struktur der Selbsthilfe und Selbsthilfekontaktstellen:

  • Selbsthilfekontaktstellen im Infrastrukturförderprogramm Stadteilzentren sichern und ausbauen
  • Soziale Selbsthilfe als Aufgabenfeld anerkennen und finanziell fördern
  • Förderung der Selbsthilfe-Strukturen
  • Beratungs- und Unterstützungsangebote der Selbsthilfe interkulturell weiter öffnen
  • Selbsthilfe als Querschnittsthema stärken

Das vollständige Empfehlungs-Papier können Sie hier herunterladen.

Kontakt:
Paritätischer Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V. Geschäftsstelle Bezirke | Stand: 16.11.20118
Kontakt: Anne Jeglinski, Leiterin der Geschäftsstelle Bezirke
Julia Hettler, Arbeitsschwerpunkt Stadtteilarbeit
Lea Winnig, Arbeitsschwerpunkt Selbsthilfe
Sekretariat Simone Hanjohr | Telefon: 030 – 86001 600 | hanjohr(at)paritaet-berlin.de

(vb)

Datum, 19 | 11 | 2018