Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

Stadtteilzentren für soziales Miteinander in der Pandemie

Zwei Jahre Corona: Engagement mit Beratung, Unterstützung, Maskenverteil- und Impfaktionen

Berliner Stadtteilzentren sind bewährter Bestandteil der gesamtstädtischen Infrastruktur zur Förderung nachbarschaftlichen Zusammenlebens und sozialraumorientierter Entwicklung. Die aktive Beteiligung von Anwohnerinnen und Anwohnern, deren Engagement und gesellschaftliche Teilhabe, sowie vielseitige Formen der Kooperation mit weiteren Trägern sozialer Arbeit, Einrichtungen und anderen Projekten im Sozialraum sind unverzichtbare Voraussetzungen dieses Prozesses. Dabei bauen Stadtteilzentren auf eine Erfahrung und Kompetenz von über 70 Jahren aktiver Stadtteil- und Nachbarschaftsarbeit auf und erweitern diese stetig.

Auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie gelingt es Stadtteilzentren zivilgesellschaftliches Engagement aufrecht zu erhalten und drohende soziale Isolation, Armut, Krankheit und Unsicherheit infolge von Kontaktbeschränkungen zu lindern. Zivilgesellschaftliches Miteinander in Nachbarschaftshäusern ermöglicht es auch in Corona-Zeiten, fantasievoll, verantwortlich und innovativ mit den Herausforderungen und Einschränkungen umzugehen. Es gelingt weiterhin Begegnung und Unterstützung zu organisieren – in vielen verschiedenen Formen. Auch klassische soziale Hilfsangebote der Sozialarbeit wie Beratung und Familienbildung sind Teil von Nachbarschaftsarbeit und wurden fortgeführt, als andere Stellen ihre Arbeit nicht fortsetzen konnten.

Stadtteilzentren wirken zudem direkt in der Bekämpfung der Pandemie mit und übernehmen dezentral Aufgaben der Gesundheitsversorgung. Seit März 2020 sind Berliner Stadtteilzentren aktiv zuerst in der Erstellung von einfachem Mund-Nasen-Schutz und dann in der Verteilung von medizinischen und FFP2-Masken an sozial-benachteiligte Nachbarn und Nachbarinnen. Wo gewollt konnten die Bezirksverwaltungen ganz selbstverständlich und verlässlich auf die Stadtteilzentren als Verteilorte zählen.

Durch die während der Ausgabe der Masken entstehenden Gespräche konnten die Stadtteilarbeiterinnen und -arbeiter noch eine Vielzahl weiterer Unterstützungen vermitteln, Fragen klären und (Verweis-)Beratung in Notlagen leisten. In Berliner Stadtteilzentren werden so durch die Kombination und Verknüpfung von Angeboten und die Begegnung unterschiedlichster Menschen nachbarschaftliche Ressourcen aktiviert und zivilgesellschaftliches Engagement gefördert.
Eine aktive Unterstützung von Corona-Impfungen findet seit Beginn der Impfkampagne in den Stadtteilzentren statt. Ging es zuerst vor allem darum, Ältere in der Organisation ihrer Impftermine zu unterstützen - sei es beim Ausfüllen der anfangs umfangreichen Formulare, der Buchung eines Online-Termines oder der Fahrt zum entfernten Impfzentrum – waren es später die ungezählten Gespräche mit Menschen, die der Impfung skeptisch gegenüberstanden.

Seit Herbst 2021 arbeiten die Stadtteilzentren für ihre Gruppenangebote und Veranstaltungen in der Regel mit 2G-Zugangsregeln. Alle Besucherinnen und Besucher sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an regelmäßigen Gruppenangeboten in den Häuser sind daher inzwischen geimpft.
Aktuell organisieren Stadtteilzentren niedrigschwellig Impfmöglichkeiten insbesondere für Booster-Impfungen zum Beispiel für freiwillige Aktive in den Häusern oder für besonders vulnerable Gruppen wie es teilweise Mitglieder von Selbsthilfegruppen sind. Aber auch große Impfaktionen in Zusammenarbeit mit den Bezirken fanden unter anderem in der Zukunftswerkstatt Hellersdorf, Pankow, dem Stadtteilzentrum Rabenhaus in Köpenick oder dem Nachbarschaftshaus Ostseeviertel in Lichtenberg statt.

Berliner Stadtteilzentren passen nachbarschaftliche Hilfe und Selbsthilfe an die aktuellen Herausforderungen in den Nachbarschaften flexibel an. Das ist ihnen möglich, da sie durch den direkten und offenen Zugang zu diversen Zielgruppen Informationsaustausch, Beratung und Vernetzung fördern.

Der VskA, der Verband für sozial-kulturelle Arbeit, fördert heute und wie auch zu Beginn der Nachbarschaftsarbeit eine lebendige, von nachbarschaftlichem Miteinander getragene solidarische, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Kontinuierlich entwickelt und realisiert der VskA zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen zukunftsorientierte Arbeitsansätzen der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit. Als Forum für Erfahrungs- und Fachaustausch berät und qualifiziert er seine Mitglieder und ermöglicht kollegiale Unterstützung bei alltagspraktischen Fragen von Nachbarschaftshäusern und Begegnungszentren. Der VskA verfügt über ein breites Netzwerk nationaler wie internationaler Verbände und Organisationen. Der VskA vertritt die Interessen seiner Mitgliedsorganisationen in der Fachöffentlichkeit, sowie in Gesprächen mit Politik und Verwaltung.

Bundesweit zählt der VskA – Verband für sozialkulturelle Arbeit e. V. über 90 Mitgliedsorganisationen, die Nachbarschaftshäuser, Stadtteilzentren, Bürgerhäuser, Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, Nachbarschaftstreffs und andere sozial-kulturelle Einrichtungen betreiben. Kontinuierlich kommen neue Mitglieder hinzu. Alle Mitgliedsorganisationen verfolgen gemeinnützige Ziele und arbeiten gemeinwesenorientiert. Ihre Arbeit ist den Grundsätzen von individueller Selbstbestimmung, persönlicher Freiheit und Humanität verpflichtet.

Hier erfahren Sie mehr über die Arbeit des VsKA.
 

Verband für sozial-kulturelle Arbeit e. V., Fachverband der Nachbarschaftsarbeit

(aw)

Datum, 21 | 01 | 2022