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Paritätisches Engagement in Berlin wirkt!

Dritte Studie zum freiwilligen Engagement in Mitgliedsorganisationen als Buch erschienen

Buchtitel: Engagement im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin hat zum dritten Mal untersucht, wie Freiwillige im Verband tätig sind und wie seine Mitglieder das Engagement in ihre Arbeit einbinden. Die Ergebnisse sind nun als Buch erschienen und sind Grundlage für die Weiterentwicklung der Paritätischen Engagementförderung in Berlin.

In den vergangenen 70 Jahren hat sich der Paritätische Berlin zum größten Wohlfahrtsverband der Stadt entwickelt. Das ehrenamtliche Engagement spielt dabei eine immense Rolle: In den über 780 Mitgliedsorganisationen des Verbandes sind nicht nur rund 55.000 Mitarbeitende, sondern auch etwa 30.000 Ehrenamtliche tätig. Nach 2005 und 20212 hat der Verband 2019 erneut das freiwillige Engagement untersucht: Wie hat sich das Engagement in dem Mitgliedsorganisationen weiterentwickelt? Welche Akzente und Unterstützungsformen des Verbandes haben Wirkung gezeigt, an welchen Stellen müssen seine Angebote entsprechend dem aktuellen Bedarf angepasst werden? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Alice Salomon Hochschule Berlin haben ein Jahr lang Daten gesammelt und Interviews geführt. Die ausgewerteten Ergebnisse liegen nun vor.

Einige Kernergebnisse: Freiwillige sind nach wie vor wichtig für die sozialen Organisationen. Der Anteil jüngerer Engagierter nimmt zu. Und es gibt mehr professionelle Freiwilligenkoordinatoren in den Organisationen, die das Engagement Ehrenamtlicher steuern. Ein Knackpunkt: Um nachhaltige Wirkung zu entfalten, ist es für viele Organisationen wichtig, dass sich Ehrenamtliche dauerhaft engagierten. Dies steht im Konflikt mit dem Wunsch gerade junger Menschen, sich eher kurzfristig und flexibel zu engagieren. Laut den Befragungen ist die Notwendigkeit von Schulungen und Fortbildungen für die ehrenamtliche Tätigkeit eine Motivation, diese über längere Zeit hinweg auszuführen. Förderliche Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement zu schaffen, kann ebenfalls hilfreich sein, um Ehrenamt zu verstetigen. Möglichkeiten sind die Teilnahme an Aktivitäten der Organisation, ideelle oder finanzielle Anerkennung, Ehrenamtsnachweise und mehr.

Auf dieser Grundlage entwickelt der Paritätische Berlin seine Engagementförderung weiter. Dabei stehen drei strategische Ziele für die Unterstützung des Engagement-Bereichs im Vordergrund:

• Vernetzung ermöglichen, Transparenz und Beteiligung einfordern
• Wirksamkeit sichtbar machen, Wirkung erhöhen
• Qualifizierung anbieten, Innovation fördern und Selbstverständnis stärken

Konkret werden bereits jetzt neue Konzepte getestet, zum Beispiel in Netzwerken mit Engagementplattformen wie betterplace oder der Nachbarschaftsseite nebenan.de sowie digitale Mitmach-Aktionen während der Gemeinsamen Sache – Berliner Freiwilligentage 2020. Als Interessensvertretung der Mitgliedsorganisationen liegt eine Aufgabe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands darin, sich weiterhin für eine Förderung des Ehrenamts durch die Berliner Politik einzusetzen. Auch bei Schulungen und Fortbildungen sollen die Mitgliedsorganisationen unterstützt werden. Schließlich ist auch der Umgang mit rechten Strukturen und Anfeindungen eine Herausforderung, mit der Ehrenamtliche nicht alleingelassen werden sollten und bei denen der Verband mit Schulung und Beratung unterstützen will.

Die Studie „Engagement im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin“
ist im Logos Verlag erschienen (166 S., 29,00 €) und kann hier online bestellt werden.

(Pe)

Datum, 09 | 09 | 2020