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Niemanden vergessen!

Kategorie: Rundbrief, Meinungen, Soziales, Aus dem Verband

Damit Berlin sozial bleibt, braucht es eine umfassende Strategie

Martin Hoyer, stellvertretender Geschäftsführer; Foto: Holger Groß

Berlin hat heute über 330.000 Einwohner mehr als noch vor zehn Jahren. Aber auch die Geburtenzahlen steigen, und es gibt immer mehr ältere Menschen. Wie schaffen wir es, diesem Wachstum gerecht zu werden? Was ist zu berücksichtigen, damit Berlin sozial bleiben kann?

Bezahlbarer Wohnraum
Während es noch von einigen Jahren gut möglich war, eine bezahlbare Bleibe zu finden, ist die Wohnungssuche inzwischen zu einem echten Hürdenlauf geworden, dem nicht alle gewachsen sind.

Soziale Infrastruktur
Für gute Lebensbedingungen braucht es darüber hinaus eine soziale Infrastruktur, die Regelangebote schafft: Nachbarschafts- und Stadtteilzentren, Kita, Jugend- oder Seniorentreffs und vieles mehr. Orte, die Raum für Gemeinschaft und Unterstützung schaffen – ohne dass eine besondere Hilfsbedürftigkeit im Vordergrund steht.

Angebote in besonderen Lebenslagen 
Familien bekommen Unterstützung durch Jugendsozialarbeit, Schuldnerberatungen helfen Menschen, die in finanzielle Schieflage geraten sind – hier geht es darum, gezielt die Selbstorganisation zu stärken. Auch ein Ausgleich von Benachteiligung ist nötig. Dazu gehören beispielsweise Wohn- und Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen, Hilfen zur Erziehung oder zur Pflege. Akute Hilfe erfahren Bedürftige in Krisensituation, etwa obdachlose Menschen, die in einer Notübernachtung aufgenommen oder Kinder, die von einem Kindernotdienst betreut werden.

Was muss passieren? 
Was wir brauchen, ist eine Sozialplanung, die alle Bereiche der sozialen Infrastruktur berücksichtigt. Derzeit gibt es durch Haushaltsbeschlüsse bereits Aufstockungen in unterschiedlichen Bereichen – ohne eine Gesamtstrategie bleiben sie jedoch nur Notpflaster. Ja, diese Sofortmaßnahmen sind notwendig, weil sie schnell die krassesten Personal- und Finanzlücken stopfen. Berlin braucht aber dringend eine nachhaltige Strategie zur sozialen Stadtentwicklung – und zwar auf allen Ebenen.

Martin Hoyer, stellvertretender Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin

Auszug aus dem aktuellen Paritätischen Rundbrief 1/2018. Den kompletten Beitrag finden Sie auf Seite 24

(aw) 

Datum, 17 | 04 | 2018