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Neue Chancen für langzeitarbeitslose Menschen

Teilhabechancengesetz bietet neue Instrumente zur Förderung und Geld für Coaching und Weiterbildung

Symbolbild: Arbeiten im Team, Quelle: Pixabay

Symbolbild: Arbeiten im Team, Quelle: Pixabay

Mit der Einführung des Teilhabechancengesetzes wurden den Jobcentern seit Januar 2019 zwei neue Instrumente zur Förderung von Langzeitarbeitslosen und die finanzielle Ausstattung für Lohnkostenzuschüsse und Aufwendungen für Coaching und Weiterbildung zur Verfügung gestellt. 

Die beiden arbeitsmarktpolitischen Instrumente heißen Eingliederung von Langzeitarbeitslosen und Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Der Lohnkostenzuschuss für Arbeitgeber wird für längstens fünf Jahre gewährt. Ab dem dritten Jahr der geförderten Beschäftigung verringern sich die Lohnkostenzuschüsse auf 90 Prozent, im vierten Jahr auf 80 Prozent und im fünften auf 70 Prozent. Ohne Kofinanzierung  sind diese Förderungen für viele Träger im zweiten Arbeitsmarkt nicht ausreichend, um Stellen anzubieten. 

Die Geschäftsstelle Bezirke hatte bereits vor Verabschiedung des Gesetzes in einem Fachtag am 25. Oktober 2018 auf die Bedeutung der Ausrichtung der Instrumente als öffentlich geförderte Beschäftigung hingewiesen und die wesentlichen  Partnerinnen bei der Umsetzung der Förderung zum Erfahrungsaustausch eingeladen.

Wir weisen auf die große Bedeutung eines begleitenden Coachings für eine gelingende Teilhabe hin, dieses Coaching muss mehrere Lebensbereiche wie Gesundheit und Soziales der Langzeitarbeitslosen abdecken und hinsichtlich der Wirksamkeit  evaluierbar sein. 

Die guten Erfahrungen mit dem Berliner Jobcoaching-Programm für Langzeitarbeitslose müssen zukünftig stärker genutzt werden, beispielsweise durch die Verwendung  einer einheitlichen Softwareplattform für Coaches, in der Entwicklungsfortschritte dokumentiert werden sowie durch Schulungen der Coaches und Fallkonferenzen. Hier gibt es wesentliche Unterschiede zu einem vom Jobcenter bezahlten Gutschein-basiertem Coaching. 

Mit der Einführung des Teilhabechancengesetzes wird die Einflussnahme der Jobcenter-Beiräte  auf mögliche Einsatzfelder für Langzeitarbeitslose gestärkt. 

Die Berliner Jobcenter nutzen das Instrument für  freiwillig interessierte Langzeitarbeitslose. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist die Teilhabe von Langzeitarbeitslosen eine bedeutsame Aufgabe, die die Kostenträger, Politik  und Verwaltungen gemeinsam in Berlin mit dem Paritätischen angehen. 

In der Beiratsarbeit empfiehlt der Paritätische besonders auf die Rahmenbedingungen und Beschaffenheit eines Einsatzfeldes zu achten, wie:

Anschlussfähigkeit der Tätigkeit mit abschlussorientierten Qualifikationen

Entwicklungsmöglichkeiten während der Tätigkeit 

dynamischer, sich steigernder Umfang der Arbeitszeit gemäß des Entwicklungsstandes des/der                          Geförderten, beispielsweise von 18 auf 38,5 Stunden innerhalb von drei Jahren

mit wirkungsorientiertem Coaching  

mit Probephase beim Arbeitgeber

mit gestalteten Übergängen durch Kooperationen zwischen Trägern von Vorbereitungsmaßnahmen                    und Unternehmen im ersten Arbeitsmarkt

(aw)

Datum, 22 | 03 | 2019