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Nach mehrfachem Impfstopp geht es endlich weiter

Wir brauchen eine verlässliche Strategie für das Impfen von Menschen mit Behinderung

Wegweiser zum Impfstandort Pfefferberg am 15. März 2021, Foto: Kathrin Zauter

Die Erstimpfungen für Menschen mit geistiger und psychischer Beeinträchtigung in der Eingliederungshilfe gehen seit 19. April weiter. Leider nur mit 150 Dosen täglich. Insgesamt sollen aber noch ca. 21.000 Menschen mit Beeinträchtigungen durch mobile Impfteams wohnortnah geimpft werden. Wir fordern: schneller und mehr zu impfen!

Das Land Berlin hatte im Februar beschlossen, Menschen mit Behinderungen in der Eingliederungshilfe grundsätzlich mit mobilen Impfteams zu impfen und ausschließlich mit dem Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca.

Die freien Träger der Eingliederungshilfe in Berlin scheuten keine Mühe, um das Impfen gegen Corona zu ermöglichen. In kurzer Zeit richteten sie 162 Orte ein und stellten diese als sogenannte Impforte zur Verfügung, damit Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen, die sowohl in stationären Einrichtungen leben als auch ambulant betreut werden, dort geimpft werden können. Laut Impfverordnung gehören sie zur Personengruppe mit hoher Priorität (Prio 2) und sind besonders gefährdet.

Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, sagte am 15. März 2021: „Dort, wo Menschen zusammenwohnen und wo sie in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung gemeinsam arbeiten, besteht ein besonders hohes Infektionsrisiko. Deshalb bestand die Herausforderung in den vielen, oftmals sehr kleinen Einrichtungen darin, möglichst schnell Impfungen zu ermöglichen. Das haben wir nun gemeinsam geschafft. Das ist eine sehr gute Nachricht!“

Am selben Vormittag ging es los. 23.000 Menschen mit Behinderungen sollten in den kommenden Wochen von mobilen Teams des Landes Berlin geimpft werden. Gleichzeitig konnten sich auch mehr als 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Menschen mit Behinderungen betreuen, impfen lassen. Dieser Schutz ist für die Arbeit in diesem Bereich besonders wichtig.

Aber anders als geplant, wurde die gut organisierte Impfung bereits am Nachmittag auf Grund des für den Impfstoff Astra-Zeneca auf Bundesebene verhängten Impfstopps eingestellt. Am 22. März, konnte dann weitergeimpft werden – bis zum nächsten Impfstopp, der ebenso überraschend am 29. März, zunächst wegen Lieferengpässen im Land Berlin, verhängt wurde. Am Tag darauf kam das nächste Aus durch die Ständige Impfkommission für das Impfen mit Astra-Zeneca von Menschen unter 60 Jahren.

Das Land Berlin entschied daraufhin, die Impfungen der Menschen mit Behinderungen durch die mobilen Teams so lange auszusetzen, bis das Paul-Ehrlich- Institut weitere Empfehlungen ausspricht.

Erst am 19. April wurden die Impfungen durch die mobilen Impfteams fortgesetzt. Allerdings nur mit einer sehr kleinen Anzahl von Impfdosen.

Seit Mitte Januar hatte der Krisenstab der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gemeinsam mit den Verbänden und den freien Trägern der Wohlfahrtspflege das Impfangebot organisiert. Wir hoffen, dass das Land Berlin jetzt dafür sorgt, dass die Impfungen mit höchster Priorität umgesetzt werden.

Uwe Brohl-Zubert, Referate Soziale Psychiatrie und Queere Lebensweisen beim Paritätischen Berlin

(rs)

Datum, 20 | 04 | 2021