Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

Michael Müller überreicht „Band für Mut und Verständigung 2017“

Kategorie: Migration, Flüchtlingsarbeit, Freiwilligendienste

Besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger geehrt

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller hat heute im Berliner Rathaus das „Band für Mut und Verständigung 2017“ überreicht. Geehrt wurden Bürgerinnen und Bürger aus Eisenhüttenstadt, Joachimsthal, Potsdam und Berlin, die sich ehrenamtlich gegen rassistische Gewalt und für eine interkulturelle Verständigung engagieren. Musikalisch begleitet wurde die Auszeichnung durch das Musikprojekt MitMachMusik aus Potsdam und Berlin, in dem professionelle Musikerinnen und Musiker mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen singen und musizieren.

Das „Band für Mut und Verständigung“ wird seit 1993 vom Bündnis für Mut und Verständigung verliehen (bis 2014: Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit), das der DGB nach den gewaltsamen Übergriffen auf Ausländer Anfang der 1990er Jahre initiiert hatte. Dem Bündnis gehören neben Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke unter anderem der Flüchtlingsrat Berlin, die großen Wohlfahrtsverbände, die evangelische und die katholische Kirche und die Jüdische Gemeinde zu Berlin an. Für die Gestaltung des Rahmenprogramms der diesjährigen Verleihung hatte der Ministerpräsident Brandenburgs Woidke 5.425 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung gestellt. Im Vorfeld waren dafür vier Kurzfilme über die Preisträger und Preisträgerinnen gedreht worden.

Preisträgerinnen und Preisträger des „Bandes für Mut und Verständigung 2017“

Die Berliner Gruppe der Initiative Aufstehen gegen Rassismus (vertreten durch Nora Berneis und Anna Müller) erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer vielfältigen, engagierten Arbeit zur Stärkung und Vernetzung von Menschen, die Stellung gegen populistische Strömungen beziehen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Durchführung von Seminaren für „StammtischkämpferInnen“ – eine rhetorische und argumentative Ausbildung gegen Alltagsrassismus und Chauvinismus.

Die Sportgemeinschaft Aufbau Eisenhüttenstadt Abteilung Boxen aus Eisenhüttenstadt (vertreten durch Frank von Mersewsky) erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer langjährigen Arbeit mit Jugendlichen verschiedener Nationalitäten in Eisenhüttenstadt und dem Engagement für ein sportliches, friedliches und respektvolles Miteinander. Bereits in den 90er Jahren trainierten in der Abteilung Boxen sogenannte „jugendliche Aussiedler“ und seit 2015 etablierten sie gezielt Angeboten für Geflüchtete und stellten Trainingsmaterialien zur Verfügung. Sportliche Erfolge, wie die deutsche Meisterschaft, konnten einzelne Geflüchtete bereits erzielen.

Axel Jürs aus Berlin erhält die Auszeichnung in Anerkennung seines langjährigen, mutigen und kreativen Engagements im sozialen und interkulturellen Bereich, mit dem Ziel eines wertschätzenden Zusammenlebens in Berlin und Brandenburg. Sein Engagement reicht von der Arbeit mit Geflüchteten in den 90er Jahren, über die Gründung eines bilingualen Kindergartens und einer Grundschule, bis zur Arbeit als Gastgeber im Berliner Dom für ausländische Gäste.

Sonderpreisträgerinnen und -träger des „Bandes für Mut und Verständigung 2017“

Ivonne Eggebrecht aus Potsdam erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer vielfältigen, engagierten und vorbildhaften Arbeit zur Unterstützung und Integration von Geflüchteten, in und außerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung in Potsdam. Sofort nach der Eröffnung der Einrichtung engagierte sie sich bis zu deren Schließung im höchsten Maße, um eine Grundversorgung der Geflüchteten zu gewährleisten. Sie mobilisierte und koordinierte Helfer und Helferinnen, versuchte Brücken zwischen Menschen zu bauen und gilt bei ihren Kolleginnen und Kollegen beim DGB Potsdam als Vorbild. Heute unterstützt sie vor allem eine syrische Familie, für die sie eine Patenschaft übernommen hat.

Marlies Jung-Hagenow aus Joachimsthal erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer vielfältigen, engagierten Arbeit zur Unterstützung und Integration von jungen Geflüchteten und Familien in Joachimsthal. Als Gewerkschaftssekretärin in Rente legte sie 2015 nicht „die Hände in den Schoß“, sondern wollte Solidarität leben und engagiert sich seitdem in der Betreuung und Unterstützung von geflüchteten Kindern.

Willi Neumann aus Berlin erhält die Auszeichnung in Anerkennung seiner vielfältigen, engagierten Arbeit in der Unterstützung von und für eine Integration sowie gesellschaftliche Teilhabe geflüchteter Menschen in Berlin. Aus seiner christlichen Grundmotivation heraus gründete er 2015 die Initiative „Mariendorfer Christen sagen Willkommen zu Flüchtlingen“ zusammen mit anderen Interessierten. Anfangs lag der Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit vor allem in der Verbesserung der Versorgungslage in der Erstaufnahmeeinrichtung. Heute unterstützt er Geflüchtete bei Behördengängen, Wohnungssuche, Finden von Job- und Ausbildungsmöglichkeiten, sowie mit Sprachkursen bei sich zu Hause.

Roy Schäfer aus Berlin erhält die Auszeichnung in Anerkennung seiner vielfältigen, ausdauernden, engagierten Arbeit zur Unterstützung und Integration von Geflüchteten in Berlin. Sein Engagement begann an den ersten Tagen der Notunterkunft in Marzahn. Neben Bettenbau und Aufbau einer Kleiderkammer organisierte er Sprachkurse und Sportveranstaltung für Geflüchtete. Eine Kollegin aus der Volkssolidarität beschreibt sein ehrenamtliches Engagement als Volltagsjob, welches er neben seiner eigentlichen Anstellung leistet.


Link zum Bündnis für Mut und Verständigung
Bisherige Preisträger

(Pe)

Datum, 13 | 07 | 2017