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„Ma ma: mehr!“ Uraufführung einer experimentellen Gruppenkomposition

Am 30. September, 12 bis 13 Uhr, in der Biennale für Elektroakustische Musik und Klangkunst KONTAKTE 17

Gruppenfoto der Teilnehmenden am WorkshopIn der Tagesförderstätte Harbigstraße fand im April ein LeBiKo-Projekt in Zusammenarbeit mit renommierten Künstlern der experimentellen Musik statt. LeBiKo ist die Abkürzung für „Lebenslange Bildung in Kooperation“, dem konzeptionellen Ansatz der Tagesförderstätte.

Acht Menschen mit schwerer Behinderung und ohne allgemeinverständliche Verbalsprache – die Gruppe 3 der Tagesförderstätte Harbigstraße der Lebenshilfe Berlin – lernten im Rahmen eines fünfwöchigen Workshops gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zugänge und Formen zu experimenteller Musik kennen und erprobten diese im Rahmen der individuellen Möglichkeiten.

Im Projekt entwickelte sich ein spannender Prozess, der unkonventionelles Lernen für alle Beteiligten, mit und ohne Behinderung, ermöglichte. Dem künstlerischen Team war es wichtig, die pädagogische Anleitung auf ein Minimum zu beschränken, um den Teilnehmenden Raum für ihre eigene Ausdrucksweise zu geben. Intensive zwischenmenschliche Begegnungen ermöglichten neue Wahrnehmungs- und Ausdruckserfahrungen.

Die Teilnehmer mit Behinderung fanden spontan und vorurteilsfrei leicht Zugang zu dieser modernen Art der Musik – leichter als die Fachkräfte der Tagesförderstätte, die der Musik zunächst mit traditionellen Klang- und Hörgewohnheiten begegneten. Einzelne Gruppenmitglieder waren von diesen Klängen sofort fasziniert und steckten die anderen Workshopteilnehmer mit ihrer Begeisterung an: „Ma ma: mehr!“ („mach mal mehr!“)

Ein möglicher Verlauf: Aus der Stille, nach einer Klanginstallation als Einleitung, entwickeln sich immer intensiver werdende Klänge. Durch die Aktionen der Teilnehmerinnen und der Live-Elektronik – visuell unterstützt durch Filmsequenzen aus dem Prozess − ergibt sich ein dynamisches, gemeinsames, lebensfrohes und mitreißendes Spiel auf den gebauten und erfundenen Instrumenten. Im Finale spielen alle als ein großes experimentelles Orchester zusammen. Lassen Sie sich inspirieren!

Die Uraufführung findet statt unter dem Titel „Unsere Sprache: Geräusche – Klänge – Musik“ am Samstag, 30. September 2017, 12 bis 13 Uhr

Das Projekt wurde von der Stiftung Parität und der Heidehofstiftung gefördert und dadurch ermöglicht.

Ort:
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Ausführendes Ensemble:
David Gins, Julia Grimberger, Jessica Gruppe, Britta Grützmacher, Michaela Heide, Gregor Kendziersky, Sven Rehor
Angeleitet von:
Matthias Jann, Héctor Moro, Stefan Roszak, Susanne Elgeti, Kerstin Wiehe
Mehr unter: www.adk.de/kontakte17/
www.lebenshilfe-berlin.de

(rs)


Datum, 26 | 09 | 2017