Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

Kein Raum – Begegnung mit Obdachlosen

Ausstellung "Obdachlosigkeit" beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin

Künstlerin Debora Ruppert im Gespräch bei der Eröffnung der Ausstellung, Foto: Patricia Kalisch

Jeder in Berlin kennt wohl den Anblick obdachloser Menschen auf den Straßen. Debora Ruppert will mit ihrer Fotografie eben auf diese Menschen aufmerksam machen. Mit ihren Portraits, in der Ausstellung Kein Raum – Begegnung mit Obdachlosen, zeigt sie auf eine würdevolle Art und Weise die Gesichter der Straße.

"Porträtfotografie bedeutet für mich, in einen Dialog mit meinem Gegenüber zu treten." - Debora Ruppert Debora Ruppert portraitiert seit 2009 wohnungslose Menschen auf den Straßen Berlins. Trotz ihrer Nähe sind die Bilder nie voyeuristisch, sondern lassen etwas von der einzigartigen Würde erahnen, die jedem Menschen innewohnt.

In Deutschland ist in den letzten Jahren die Zahl der obdachlosen Menschen drastisch angestiegen. Nach Schätzungen der Wohnungslosenhilfe sind aktuell in der BRD rund 1,2 Millionen Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. Sie sind in Wohnheimen untergebracht oder übernachten bei Freunden und Bekannten. In Berlin sind zirka 40.000 Menschen wohnungslos. Schätzungen gehen davon aus, dass 8.000 bis 10.000 Menschen in der Hauptstadt obdachlos sind. Sie schlafen im Freien - in Parks, in Hauseingängen oder unter Brücken.

Ruppert begibt sich in ihrer fotografischen Arbeit auf Spurensuche. Wo leben Menschen, wenn sie keinen Raum, in der Gesellschaft haben? Sie sucht sie an verborgenen Orten im urbanen Raum auf - unter Brücken, versteckt hinter Büschen in Parks, unter Treppenaufgängen und in Zeltstädten. Die Fotografin begibt sich in eine Parallelwelt, die direkt vor unserer Haustür existiert. Hier geht sie auf eine architektonische Spurensuche und sucht versteckte öffentliche Orte auf, die von obdachlosen Menschen zum Wohnraum auf Zeit umgewandelt wurden. Rupperts Portraits stellen Fragen nach dem Umgang mit Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind.

Es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten. Die Fotos hängen bis Ende des Jahres in mehreren Versammlungsräumen in der Landesgeschäftsstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Brandenburgische Str. 80, 10713 Berlin. Bei Interesse am Besuch der Ausstellung bitten wir darum, sich telefonisch zu erkundigen, wann die Räume frei sind unter Tel. 030 860 01-0.

(rs)

Datum, 12 | 11 | 2018